Alles zum Thema Wimbledon gibt's hier...
Roger Federer hat den ersten Schritt auf dem Weg zu seinem großen Ziel gemacht - der Schweizer bezwang in der 1. Runde von Roland Garros Sam Querrey aus den USA mit 6:4, 6:4, 6:3 und darf
damit weiter vom ersten French-Open-Titel seiner Karriere träumen.
"Die erste Runde bei einem Grand-Slam-Turnier ist immer gefährlich", unterstrich die Nummer eins der Welt die Bedeutung des Auftaktsieges - zumal Federer seinem Kontrahenten einiges zutraut: "Das
ist ein aufstrebender Typ, daher bin ich erleichtert und zufrieden mit meiner Vorstellung", erklärte der Basler.
Federer bestimmte alle drei Sätze und ermöglichte dem Amerikaner während des gesamten Matches nur ein Break. Der Favorit selbst nahm seinem Gegenüber fünf Mal das Service ab und zog nach einer Spielzeit von 95 Minuten in die 2. Runde des mit 15,57 Millionen Euro dotierten Sandplatz-Wettbewerbs ein. Querrey bot aber trotz der Niederlage eine passable Leistung und servierte mit 220 km/h den bis dato härtesten Aufschlag des Turniers.
Federers härtester Konkurrent im Kampf um die Krone von Paris, Sandplatz-König und Titelverteidiger Rafael Nadal, muss dagegen noch auf sein erstes Match warten. Aufgrund von Regen wurde die Partie des Mallorquiners gegen Thomaz Bellucci aus Brasilien um einen Tag verschoben.
Die Karriere von Haas war in den letzten Jahren eine Leidensgeschichte mit nur wenigen sportlichen Highlights. 2002 begannen seine Probleme mit der rechten Schulter. Der Wahl-Amerikaner musste mehrere Turniere und anschließend die gesamte nächste Saison verletzt absagen was das Abrutschen bis auf Position 349 in der Weltrangliste zur Folge hatte. Es gab berechtigte Zweifel, ob die ehemalige Nummer zwei des Rankings jemals wieder zu alter Stärke zurückfinden würde.
Haas widerlegte viele dieser Zweifel und erkämpfte sich einige beachtliche Erfolge. Der 30-Jährige gewann ab 2004 sechs seiner insgesamt elf Karriere-Titel, erreichte 2006 das Viertelfinale der US Open und kam bei den Australian Open 2007 gar bis ins Halbfinale. Dazwischen warfen ihn die Schulterprobleme aber immer wieder zurück.
Einziges Highlight in Indian Wells
Die aktuelle Saison hat Haas noch wenig Freude beschehrt. Er konnte im Februar in Delray Beach erst verspätet ins Geschehen eingreifen und unterlag in der ersten Runde dem unbekannten Argentinier Diego Hartfield. Das einzige Highlight stellte das Masters-Turnier in Indian Wells dar, wo er mit Siegen über Andy Roddick und Andy Murray für aufsehen sorgte, bevor die Schulter das Viertelfinale gegen Roger Federer unmöglich machte. Es folgten zwei Startrunden-Niederlagen und die Absagen bei den BMW Open in München, dem Heimturnier am Rothenbaum und jetzt den French Open.
Bisher hat Tommy Haas die Absage noch nicht kommentiert. Es dürfte aber auch dem aktuellen Weltranglisten-37. klar sein, dass die Zeit gegen ihn läuft und auch ein Karriereende eine mögliche Option darstellt.
"Beides war heute möglich. Bälle die in den letzten Tagen drin waren, sind heute draußen gelandet. Natürlich bin ich enttäuscht. Aber ich kann mir keine Vorwürfe machen, denn ich habe alles riskiert", sagte Kiefer nach Quälerei ohne Happy End. Als Trostpflaster konnte der Davis-Cup-Spieler 46 000 Euro Preisgeld einstecken und die Gewissheit, kommende Woche vorbei an Philipp Kohlschreiber in der Weltrangliste wieder bester deutscher Tennisprofi zu sein.
Haas bleibt unerreicht
Der verletzte Thomas Haas bleibt allerdings der letzte Deutsche, der am Rothenbaum ein Halbfinale erreicht hat. Das war 1997 und ging für den gebürtigen Hamburger gegen den Spanier Felix Mantilla verloren. Letzter deutscher Sieger in der Hansestadt war 1993 Michael Stich. Der Südtiroler Seppi ("Dass das Publikum gegen mich war, hat mich nicht gestört") trifft an in der Vorschlussrunde auf Titelverteidiger Roger Federer aus der Schweiz, der den Spanier Fernando Verdasco mit 6:3, 6:3 ausschaltete.
"Alle Welt glaubt, dass es ein leichtes Spiel wird. Aber ich glaube das nicht", hatte sich Kiefer vor dem ersten Vergleich mit dem in der Weltrangliste zwei Plätze schlechter eingestuften Seppi eingetrichtert. Wie richtig dies war, zeigten die ersten Ballwechsel, in denen es der Niedersachse seinem Gegenüber aber auch leicht machte. Schwache Aufschläge wechselten mit ungenauen Schlägen.
Schrecksekunde nach Sturz
An Kampfgeist mangelte es dem Weltranglisten-41 zwar nicht, aber das Spiel wenden konnte er allein dadurch nicht. Im an Spannung kaum zu überbietenden dritten Durchgang stockte den Zuschauern der Atem, als Kiefer auf die rechte Hand stürzte. Erinnerungen wurden wach an die Verletzung von den French Open, die ihn ein Jahr außer Gefecht gesetzt hatte. Aber eine Schmerztablette reichte.
"Ich habe versucht, schnell und aggressiv zu spielen. Aber das war gegen Fernando nicht immer so einfach", sagte Federer, der nach seinem fünften Titel am Rothenbaum greift. Der im ATP-Computer 28 Plätze schlechter notierte Verdasco mühte sich redlich und biss auf die Zähne, als er sich Mitte des zweiten Satzes den Fuß vertrat. "Das war natürlich Pech für ihn", sagte der 26-jährige Federer.
Nicolas Kiefer hat sein erstes Halbfinale auf Sand verpasst. Der Hannoveraner unterlag beim Masters in Hamburg im Viertelfinale nach 3:13 Stunden mit 3:6, 7:5, 5:7 gegen den Italiener Andreas Seppi und verpasste dadurch auch das erhoffte Duell gegen Titelverteidiger Roger Federer.