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Lukas Podolski steht vor einer Rückkehr zum 1. FC Köln! Der mit seiner Situation beim FC Bayern unzufriedene Stürmer liebäugelt mit einem Wechsel in seine sportliche und private Heimat.
Bayern soll ihm bereits die Freigabe erteilt haben. Einziges Problem: Die Münchner wollen 15 Millionen Euro.
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Applaus gab es zwar nicht, dafür aber "Klick"-Geräusche der Fotoapparate im Stakkato, als Jürgen Klinsmann den Rasen betrat. Und erstaunte Gesichter darüber, mit welch opulentem Stab der
43-Jährige zum ersten Training anrückte: Gleich sechs Assistenten und Fitnesstrainer umfasste die "Klinsmann-Entourage" - und das für gerade einmal 13 Spieler, darunter ein Amateur, Neuzugang
Hans-Jörg Butt, der als Nummer zwei im Tor von Benfica Lissabon verpflichtet wurde, und Mark van Bommel. Der Rest des Kaders wird erst später hinzustoßen. Ze Roberto wurden ein paar Tage
Extra-Urlaub gewährt, die EM-Fahrer dürfen sich noch drei Wochen erholen.
Insgesamt verfügt der frühere Weltklassestürmer über einen Stab von zehn Spezialisten, die den Bundesliga-Primus in der kommenden Saison wieder auf Angriffskurs Richtung Europa bringen sollen. "Wir haben einen Trainerstab beieinander, der wirklich top ist", freute sich Klinsmann in einem Interview auf der Bayern-Homepage. Bei strahlendem Sonnenschein machten sich Klinsmann und seine Assistenten Martin Vasquez, Thomas Wilhelmi, die Fitnesstrainer Marcel Martins und Darcy Norman sowie Scout Nick Theslof und Torwart-Trainer Walter Junghans ein Bild von dem Rumpfkader.
Mitreden: National und international
Ob Sportpsychologe, Spiel-Analytiker oder Reha-Spezialist: Der neue Bayern-Coach nutzt alle Möglichkeiten, um die Nummer eins der Bundesliga auch in der Champions League wieder konkurrenzfähig zu machen. "Wir sind alle kribbelig und freuen uns riesig. Der FC Bayern gehört zu den Eliteklubs der Welt, mit denen messen wir uns, mit denen müssen wir uns messen. Deswegen ist die Zielsetzung klar: Man möchte Titel am Ende des Jahres haben. National ohnehin, und international da wollen wir mitreden, wollen soweit wie möglich kommen", gibt Klinsmann eine klare Marschroute auf der Bayern-Homepage vor.
Dazu soll auch das neue Leistungszentrum an der Säbener Straße beitragen. Hinter der schmucken Fassade verbirgt sich ein hochmoderner Komplex, der den Profis die richtige Umgebung liefern soll, um Top-Leistungen zu bringen. "Wir haben Räumlichkeiten geschaffen, um ihre Leistungen noch mehr zu optimieren, auch außerhalb des Spielfeldes. Wir wollen zwei Komponenten vorantreiben: Auf dem Platz mit einer sehr intensiven Trainingsarbeit, die andere ist außerhalb des Platzes, wo wir sie als Menschen weiterbringen möchten", erklärt Klinsmann das Konzept. Keine Frage: "Umwälzer" Klinsmann macht keine halben Sachen. "Es ist ein fantastisches Zentrum", und: "Das ist einzigartig auf der Welt, das hat kein Real Madrid, kein FC Barcelona. Da sind wir echt stolz drauf."
Barcelona, Madrid oder Manchester waren am Montag aber noch weit entfernt. Nach einem lockeren Gespräch mit den Spielern machte sich der Rumpfkader auf zum Aufwärmen. Danach gab es ein paar Pass- und Dehnübungen. Alles (noch) ganz entspannt. Und währenddessen immer wieder Gespräche zwischen Klinsmann und seinen Assistenten. Mehr Aussagekraft dürften sich die Fans und auch die Medien von der ersten Pressekonferenz mit "Klinsi" erhoffen - am Mittwoch will sich der 108-fache Nationalspieler in der Säbener Straße den Fragen der Journalisten stellen.
2008 ist alles anderes. Spanien hat das technisch beste Mittelfeld aller EM-Teilnehmer, eine sichere Abwehr und einen schlagkräftigen Angriff. Nach dem in der zweiten Halbzeit famos heraus gespielten 3:0 gegen Russland steht Spanien zum ersten Mal seit 1984 wieder in einem EM-Endspiel und fordert am Sonntag die deutsche Nationalmannschaft. "Es ist unglaublich - wir stehen im Finale. Wir wollen das Endspiel jetzt auch gewinnen. Wir haben das ganze Spiel dominiert, der Sieg war verdient", sagte Andres Iniesta, der neben dem eingewechselten Cesc Fabregas der überragende Mann auf dem Platz war.
Obwohl die bisherigen Auftritte beider Teams eigentlich ein Fußball-Feuerwerk versprachen, blieb das große Spektakel zunächst aus. Russland war die Angst, wie vor 16 Tagen beim 1:4 den Spaniern ins offene Messer zu laufen, deutlich anzumerken. Die Spanier warteten ab und beschränkten sich auf die Spielkontrolle.
Spanien wohl ohne Torjäger Villa gegen Deutschland
David Villa, mit vier Treffern bislang bester Schütze der EM, musste bereits nach 35 Minuten mit einer Zerrung das Feld verlassen und wird wohl auch im Finale ausfallen. Trainer Luis Aragones stellte vom 4-1-3-2 auf 4-1-4-1 um und brachte mit Cesc Fabregas eine weitere Kreativkraft für das Mittelfeld ins Spiel.
Und in der zweiten Halbzeit machten vier Feingeister den Unterschied aus. Während die "Sbornaja" dem Hochgeschwindigkeitsfußball aus den bisherigen vier Spielen Tribut zollen mussten, griffen Xavi, Iniesta, David Silva und vor allem Cesc Fabregas in den Zauberkasten: Diese "Fantastischen Vier"servierten dem Publikum technische Finessen und Kombinationen mit dem berühmten "Tiqui-Taca"-Kurz(s)pass-Spiel und schossen sich nach dem Wechsel mit einer Leichtigkeit ins Finale, dass man sich um die deutsche Mannschaft durchaus Sorgen machen muss.
Alle drei Tore waren glänzend herausgespielt, die Laufwege der Torschützen Xavi (50.), Daniel Güiza (73.) und David Silva (82.) passten so traumwandlerisch, dass selbst Russlands Trainer Guus Hiddink nur seinen Hut ziehen konnte: "Wir haben gegen eine großartige spanische Mannschaft verloren. Die Spanier waren sehr gut und haben verdient gewonnen." Seine Helden waren müde. Wirbelwind Andrej Arschawin konnte sich ebenso wenig ins Szene setzen wie Roman Pawljutschenko, dessen Schusschance Iker Casillas mit den Fingerspitzen um den Pfosten drehte (31.).
Fabregas: "Das ist eine besondere Nacht"
Nach dem Wechsel spielten die Spanier mit den Russen dann Katz und Maus. "Das ist für uns eine besondere Nacht. Wir sind jetzt glücklich, aber wir haben noch nichts erreicht. Wir sind hierher gekommen, um Europameister zu werden, das ist unser Ziel", erklärte Fabregas.
Dass Trainer-Fuchs Luis Aragones es sich sogar leisten kann, den Arsenal-Star ebenso wie mit Güiza den Torschützen-König der Primera Division regelmäßig auf der Bank zu lassen, spricht für sich. Dazu hat Stürmerstar Fernando Torres (erst ein EM-Treffer) sein gesamtes Potenzial noch gar nicht abgerufen. Gegen Deutschland wird Fabregas wahrscheinlich von Anfang an spielen und den verletzten Villa ersetzen.
Bundestrainer Joachim Löw schwärmt schon jetzt in den höchsten Tönen vom Finalgegner. "Die Spanier haben eine beeindruckende Leistung geboten. Im gesamten Turnier haben sie auf einem hohen Niveau gespielt und waren technisch stark."
Löw: "Spanier unberechenbar"
Zwar hat die deutsche Mannschaft im Viertelfinale mit Portugal ein ähnlich spielstarkes Team ausgeschaltet, doch Löw hält die "Seleccion" für stärker als Cristiano Ronaldo und Co: "Im Vergleich zu den Portugiesen spielen sie variabler. Die Mittelfeldspieler wechseln ständig die Positionen und stoßen in die Spitze vor. Dadurch sind sie unberechenbar." Auch Philipp Lahm sieht vor dem geplanten Gipfelsturm "einen harten Brocken", den es aus dem Weg zu räumen gilt.
Die Spanier haben ihrerseits ebenfalls Hochachtung vor der DFB-Elf, was Fabregas stellvertretend so ausdrückte. "Wir haben großen Respekt vor Deutschland. Sie gehören zu den besten Mannschaften der Welt." Auch Coach Aragones sprach von "einer großen Aufgabe".
Sollte Spanien am Sonntag die Krönung versagt werden, bleibt den Iberern ein nicht unerheblicher Trost. Alle Stars wie Casillas (27), Sergio Ramos (22), Fabregas (21), Iniesta (24), Silva (22), Xavi (28), Torres (24) oder Villa (26), sind noch deutlich unter 30 und werden noch jahrelang in dieser Besetzung das Herzstück der Spanier ausmachen.
Vielleicht kommt die Vollendung einer ganz großen Mannschaft dann bei der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika oder 2012 bei der EM in Polen und der Ukraine. Aus deutscher Sicht wäre jedenfalls noch genug Zeit dafür.
Während die Türken nicht nur den erwartet großen Kampf geliefert, sondern auch mit einem bärenstarken Auftritt über weite Strecken das Spiel im Baseler St. Jakob-Park bestimmt hatten, trug die deutsche Mannschaft nach dem Beauty-Auftritt gegen Portugal wieder die unschöne Fratze aus dem Kroatien-Spiel. "Eine Leistungssteigerung muss im Finale sicher her", forderte Teammanager Oliver Bierhoff nach dem ersten Endspiel-Einzug bei einer Europameisterschaft seit dem Triumph 1996.
Ballack: "Das war kein großer Fußball"
Mit Blei in den Beinen und Hilflosigkeit im Aufbauspiel (Löw: "Wir waren geistig nicht wach") hechelte die deutsche Mannschaft den Türken in vielen Zweikämpfen hinterher, kam überhaupt nicht ins Spiel und war vor allem zur Pause mit dem 1:1 bestens bedient. Hätte man einem Laien vor dem Spiel erklärt, dass der Favorit weiße Hemden und schwarze Hosen anhat, dieser hätte nur ungläubig mit dem Kopf geschüttelt. "Das war kein großer Fußball, das konnte man auch nicht erwarten", sagte Michael Ballack, der von Mehmet Aurelio fast völlig aus dem Spiel genommen wurde. Eine Erklärung für den mysteriösen Auftritt der deutschen Mannschaft lieferte der Kapitän nach: "Wir hatten ein bisschen schwere Beine, vielleicht einen Tag zu lange Pause."
"Es gab bei uns viele Defizite. Wir haben drei Meter vom Mann weggestanden, Pressen und Forechecking hat nicht stattgefunden", legte Miro Klose den Finger in die Wunde. "Last-Minute-Held" Philipp Lahm war in der Defensive gegen Kazim und Sabri wie Arne Friedrich auf der anderen Seite gegen Ugur oft nur zweiter Sieger. Beide sahen bei den türkischen Toren ganz schlecht aus.
Ballack kaum zu sehen
Was gegen Portugal mit dem 4-2-3-1 wie am Schnürchen lief, klappte gegen die von Fatih Terim glänzend eingestellte Türkei überhaupt nicht. Mehmet Aurelio nahm Michael Ballack völlig aus dem Spiel, so dass strukturierte Offensivaktionen Seltenheitswert hatten. "Wir hätten heute sicher einen zweiten zentralen Stürmer gebrauchen können", gestand Bundestrainer Joachim Löw. Weil es aber im Mittelfeld an allen Ecken und Enden brannte, sah Löw von der offensiveren Variante im Spielverlauf ab.
Simon Rolfes konnte seine starke Leistung beim Sieg gegen Portugal im defensiven Mittelfeld nicht bestätigen, zog sich zudem eine Platzwunde zu und wurde für Torsten Frings ausgewechselt. "Wir hatten zu viele Ballverluste, die die Türken stark gemacht haben", analysierte Löw. "Ich habe zum Trainer gesagt, wenn Not am Mann ist, kann er mich bringen. Gott sei Dank hat es geklappt", sagte Frings, der nach seinem Rippenbruch zunächst auf der Bank geblieben war.
Mit dem Bremer kehrte mehr Aggressivität ins deutsche Spiel zurück, die Ton angebende Mannschaft blieben aber die Türken. "Meine Spieler hätten es verdient gehabt. Hätten wir es in die Verlängerung geschafft, hätten wir das Spiel für uns entscheiden können", sagte Trainer-Vulkan Terim danach enttäuscht.
"Wir haben heute nicht so gut gespielt, waren aber eiskalt und haben unsere Chancen genutzt", beschrieb Frings, was die deutsche Mannschaft in Basel besonders ausgezeichnete, die zudem nach dem Ausgleich der unglaublichen "Comeback-Türken" nicht die Nerven verlor.
Löw: "Ein Wahnsinns-Kampf"
Der defensiv schwache Lahm war in der Schlussminute nach genialem Doppelpass mit Thomas Hitzlsperger der Schütze des "Goldenen Tores". "Die Mannschaft hat nach dem 2:2 zurückgeschlagen und tolle Moral bewiesen. Sie hat an den Erfolg geglaubt", lobte Löw seine Helden. Der sonst immer so coole Bundestrainer war nach den nervenaufreibenden 90 Minuten sichtlich gezeichnet. "Ich bin natürlich auch geschafft von diesem Spiel. Das war ja ein Wahnsinns-Kampf auf Biegen und Brechen bis zur letzten Sekunde. Jetzt haben wir es geschafft, das macht mich natürlich glücklich."
So steht die EM-Bergtour 2008 des deutschen Teams am Sonntag vor dem Gipfelsturm. Löw: "Wir haben eben diese Siegermentalität, um dieses Finale zu gewinnen." Gary Lineker wird da sicher nicht widersprechen.
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1. Sylvie van der Vaart
Die 30-Jährige ist Model, Moderatorin und Schauspielerin. Seit 2005 ist mit dem niederländischen Mittelfeldspieler Rafael van der Vaart verheiratet. Die beiden haben einen zweijährigen Sohn (Damian) und leben in Hamburg. 2003 wurde Sylvie zur "sexiest woman" in Holland gekürt. Außerdem wurde sie zur hübschesten Frau in der Bundesliga gewählt. Die Medien zeigen großes Interesse an ihr.
2. Alena Seredova
Alena Seredova war schon auf dem Cover vom Playboy zu sehen. Das tschechische Topmodel ist mit Italiens Torhüter Gianluigi Buffon liiert. 2007 brachte sie Louis Thomas, den ersten Sohn des Paares, zur Welt. Alena war 1998 Vize-Miss Tschechien und repräsentierte im gleichen Jahr ihr Land bei der Wahl zur Miss World.
3. Sarah Brandner
Seit 2007 ist das Münchner Model mit Bastian Schweinsteiger zusammen. Kennengelernt haben die beiden sich beim Shoppen. Die 19-jährige Abiturientin pflegt enge Kontakte zu den Klitschko-Brüdern und lässt sich auf Promi-Partys oft mit Boris Becker sehen. "Schweini" verließ für sie seine Villa im Grünwald und zog in ihre Schwabinger Altbauwohnung. Sarah ist bodenständig und fiebert bei der EM am liebsten im Fanblock mit.
4. Noemie Lenoir
Die Französin ist mit Claude Makelele verheiratet. 2005 kam ihr gemeinsamer Sohn Kelyan zur Welt. Mit 16 wurde sie als Model entdeckt. Noemie war neben Laetitia Casta und Andie MacDowell in erfolgreichen Kosmetikkampagnen zu sehen. Außerdem lief sie für das Unterwäschelabel Victoria's Secret über die internationalen Laufstege. Die 30-Jährige stand schon gemeinsam mit Pierce Brosnan und Salma Hayek für Kinoproduktionen vor der Kamera.
5. Eva Maria Gonzalez
2003 wurde die Freundin von Torhüter Iker Casillas Miss Spanien. Im gleichen Jahr nahm Eva Maria an der Wahl zur Miss Universe teil. Damit begann ihre internationale Modelkarriere. Die 27-Jährige lief für spanische Topdesigner über den Laufteg und war Covergirl zahlreicher Modemagazine. In einer Umfrage wurde Eva Maria zur hübschesten Spielerfrau in Spanien gewählt.
6. Nereida Gallardo
Das 24-jährige Nacktmodel hat sich den portugiesischen Superstar Cristiano Ronaldo geangelt. Die dunkelhaarige Mallorquinerin lernte den Stürmer in einem In-Club in Palma kennen. Nereida besuchte früher eine katholische Schule und arbeitet nebenbei als Krankenschwester. Sie strebt eine Modelkarriere an, fährt einen Ford Ka und lebt noch zuhause bei ihrer Mama.
7. Helena Seger
Auch Zlatan Ibrahimovic hat eine attraktive Partnerin an seiner Seite. Schwedin, blond und Schauspielerin. Die 37-Jährige lernte Zlatan 2002 auf einer Party kennen. Im Mai 2006 folgte die Hochezeit und im September wurde Sohn Maximilian geboren. Mittlerweile hat der Stürmerstar mit der elf Jahre älteren Helena ein zweites Kind.
8. Marta Cechetto
Das italienische Model ist mit Bayern-Kicker Luica Toni liiert. Neben ihren Model- und Moderatorenjobs ist die 29-Jährige das Aushängeschild einer Schmuckkollektion. Ihre Beziehung zu Toni sei allerdings nicht so glamourös. Ganz normal eben, er spiele Fußball und sie wasche, koche und bügle.
Erstmals seit 88 Jahren blieb die "Seleccion" in einem Pflichtspiel siegreich über den Weltmeister und zog damit als letzte Mannschaft ins Halbfinale der EM ein. Dort trifft Spanien auf Russland.
Diese beiden Teams standen sich bereits in der Vorrunde gegenüber - die Iberer überrannten die Mannschaft von Trainer Guus Hiddink seinerzeit mit 4:1.
Italiens Trainer Roberto Donadoni rang nach dem Ausscheiden nach Worten: "Die Spieler waren müde und haben aufopferungsvoll gekämpft. Leider hat es nicht gereicht."
"Matchwinner" Cesc Fabregas konnte hingegen sein Glück kaum fassen: "Das war das wichtigste Tor meines Lebens. Der Fußballgott hat endlich Gerechtigkeit walten lassen", so der Schütze des "goldenen" Elfmeters.
1. Halbzeit :
Von der ersten Minute an entwickelte sich ein taktisch geprägtes Rasenschach. Die "Squadra Azzurra" schaute den quirligen Spaniern bei deren nett anzusehendem Spielaufbau im Mittelfeld zu. Sobald ein Iberer dann einen Vorstoß in Richtung Torwart Gianluigi Buffon wagte, machte die gut gestellte Viererkette die Räume dicht.
Nach gut einer halben Stunde wechselte der entnervte David Silva vom linken auf den rechten Flügel und unterstützte Andres Iniesta. In der 33. Minute versuchte Silva dann einen Schuss aus der Drehung heraus und prüfte Buffon. Der Keeper parierte die beste - aber eben auch einzige - Torchance ohne Probleme.
Auf der anderen Seite machte Italien nicht mehr als nötig. Luca Toni vergab die einzige halbwegs gute Möglichkeit der "Squadra Azzurra", die den Zug zum Tor über weite Strecken der ersten Hälfte komplett ausgeschaltet hatte. Die einzige Variante war der lange Ball auf den Bayern-Stürmer. Entweder kam aber dann das Leder nicht an, oder Toni einen Schritt zu spät.
2. Halbzeit:
Trotz der schlechten ersten Hälfte, sahen beide Trainer keine Veranlassung, personelle Veränderungen vorzunehmen. Dementsprechend änderte sich aber auch am Spielverlauf nichts und jedes der Teams kam zu exakt einer echten Torchance.
In der 62. Minute schraubte sich Toni höher als Carlos Marchena und verlängerte für den eingewechselten Mauro Camoranesi. Der gebürtige Argentinier tunnelte Marchena sechs Meter vor dem Tor, aber Keeper Iker Casillas kratzte das Geschoss von der Linie.
Zwanzig Minuten später kamen die Iberer zu ihrer Möglichkeit, allerdings begünstigt von einem Patzer von Gianluigi Buffon. Der italienische Schlussmann parierte den strammen Distanzschuss von Marcos Senna, ließ die Kugel dann aber unter sich durchrutschen. Im Nachfassen konnte er der "Squadra Azzurra" das Unentschieden halten.
Verlängerung:
In der Verlängerung dasselbe Bild. Die Spanier kamen trotz überlegenem Ballbesitz nicht entscheidend in die gegnerische Hälfte. Italien verschleppte das Tempo und vertraute offenbar auf das angeborene Sieger-Gen. Nach 120 drögen Minuten hatte das Geduldsspiel ein Ende.
Elfmeterschießen:
Im Nervenkrimi vom Elfmeterpunkt flatterten zuerst dem zweiten Schützen der Italiener, Daniele de Rossi, die Nerven. Casillas parierte mit dem Hechtsprung nach rechts und brachte Spanien psychologisch in Vorteil. Bei den Iberern verschoss der eingewechselte Daniel Güiza und plötzlich war alles wieder offen. Im Anschluss versagtem dem ebenfalls eingewechselten Antonio di Natale die Nerven und Casillas hielt den unplatzierten Schuss sicher. Cesc Fabregas machte mit seinem trocken verwandelten Elfer alles klar und Spanien entsagte sich kurzfristig vom ewigen Fluch der schwachen Turniermannschaft.
Spieler des Spiels:
David Silva war von der ersten bis zur letzten Minute immer unterwegs. Der Spieler vom FC Valencia war der einzige auf Seiten der Spanier, der immer wieder mit Nachdruck den Weg zum Tor suchte. Ihm fehlte lediglich das Quäntchen Glück.
Seine Anweisungen, Gesten und Gesichtsausdrücke stünden jedem Dirigenten gut zu Gesicht: Terim, der Dramaturg unter den Trainern, ist ohne Zweifel der Erfolgsgarant der türkischen Mannschaft. Das "Kämpfer-Gen" von Hamit Altintop und Co. geht nicht zuletzt auf den so polarisierenden Coach zurück.
Ein Vulkan ist nichts gegen Terim. Unermüdlich schreitet der 54-Jährige mit hoch rotem Kopf die Coaching Zone auf und ab, kommuniziert mit einer Mischung aus Schreien und eigenartiger Gestensprache mit seinen Spielern, kolportiert mit seiner Mimik Emotionen, wie es eigentlich nur Schauspieler vermögen.
Wenn man Terim am Spielfeldrand beobachtet, wird die von der UEFA verhängte Sperre für Joachim Löw endgültig ad absurdum geführt. Emotionen - das ist die Währung von Terim, sein Handwerkszeug, seine Sprache. Und Fatih Terim steht sinnbildlich für eine türkische Mannschaft, die nicht mit gängigen Maßstäben zu bewerten ist - genauso wie ihr Trainer.
Terim tröstet Bilic
Als der Fußballlehrer, der aus ärmlichen Verhältnissen stammend zur Kult- und gleichzeitig Hassfigur des türkischen Fußballs wurde, nach dem entscheidenden Elfmeter zu seinem Gegenüber Slaven Bilic ging, offenbarte Terim aber Facetten, die die Öffentlichkeit bei dem oft so harsch und unnahbar wirkenden Coach kaum wahrnimmt: Sportlichkeit, Mitgefühl - und Warmherzigkeit. Er umarmte den Trainer der Kroaten innig und flüsterte ihm einige Worte ins Ohr. Terim ist ein Erfolgsmensch durch und durch, kennt aber die Schattenseiten nur zu gut.
1993 übernahm der impulsive Trainer, der sich selbst als "überhaupt nicht aggressiv" einstuft, zum ersten Mal die Verantwortung für die türkische Nationalmannschaft. Sein Engagement endete 1996, als die Türkei ohne Punkte und ohne ein einziges erzieltes Tor bei der EM-Endrunde in England ausgeschieden war.
Schon damals sah sich der im südlichen Adana geborene frühere Libero dem Vorwurf ausgesetzt, sein Führungsstil sei diktatorisch und von Bevormundung gekennzeichnet. Mit markigen Sprüchen ("Ich lasse mich nicht belehren, wenn, dann belehre ich Euch") und seiner kompromisslosen Art nährte Terim die Vorurteile.
Ständiger Kleinkrieg mit den türkischen Medien
Hinzu kommt noch der ewig währende Kleinkrieg mit den ebenso kompromisslosen türkischen Medien. Pressekonferenzen mit Terim haben in der Türkei einen ähnlichen Kultstatus wie seinerzeit die Mediengespräche mit Ex-Bayern-Coach Giovanni Trapattoni.
Der "Imperator", wie er genannt wird, hat sich ein dickes Fell zugelegt. Täglich wechselnde Stimmungsmache, die Terim nach einem Sieg zum Volkshelden erklärt und nach einer Niederlage zum Verräter degradiert, hat ihre Spuren beim charismatischen Trainer hinterlassen - und einen Kämpfer aus einem Mann gemacht, der die Härte des täglichen Schlagabtausches mit der Öffentlichkeit schonungslos auf sein Team zu übertragen scheint: Verlierer ist nur der, der schon aufgegeben hat.
Terim mit Ausflügen nach Italien
Und so blieb am Ende doch sein Ruf als hervorragender Taktiker und Analytiker im Gedächtnis der Türken hängen. Nach Trainer-Intermezzi bei Galatasaray Istanbul (1996-2000 und 2002-2004), dem AC Florenz (2000-2001) und dem AC Mailand (2001) holte ihn der türkische Verband 2005 wieder ins Boot und damit den Erfolg zurück.
Seitdem hinterlässt der aufbrausende Coach immer deutlichere Spuren beim Halbfinalgegner der deutschen Mannschaft. Terim hat seinem Team das berühmte "Sieger-Gen" eingeimpft. Das entscheidende Spiel der Gruppenphase gegen Tschechien war gewissermaßen Anschauungsunterricht für das, was Terim der türkischen Nationalelf vermittelt.
Nur noch selten treffen Floskeln der (angeblichen) Fußball-Historie so zielsicher den Kern der Sache wie bei Terim: Kampf, Laufbereitschaft und Wille stehen beim türkischen Coach ganz oben auf der Liste. Sie sind die Basis des Erfolges der Türkei. Und wer gegen die tschechische Republik in den letzten 13 Minuten drei Tore schießt, kann mental kaum belastungsfähiger und körperlich kaum fitter sein.
Ode an Kahn: Weiter, immer weiter machen...
Auch gegen Kroatien haben Altintop und Co. gezeigt, dass ein K.o.-Spiel nun mal nicht nur 120 Minuten dauert und dass ein Gegentor eine Minute vor dem Abpfiff noch lange nicht die sichere Niederlage bedeutet. Als der Elfmeter-Held Rüstü den Ball in den letzten Sekunden der Verlängerung weit vor in den Strafraum der Kroaten schlug und das Leder beim späteren Torschützen Semih Sentürk landete, konnte sich nur ein Schelm nichts Böses dabei denken...
"Es ist einmalig, was heute passiert ist", stammelte der sichtlich ergriffene und psychisch wie physisch erschöpfte Trainer nach dem Elfer-Krimi gegen Kroatien ins Mikrofon eines Journalisten. Doch er weiß, dass das nicht stimmen muss. Denn Terim hat mit seinen Türken noch einiges vor, etwas, dass er vermutlich wieder als "einmalig" bezeichnen würde. Die Luft und die Psyche haben seine Mannen dazu allemal.