Donnerstag, 26. juni 2008
von ov
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Donnerstag, 26. juni 2008
Mit dem Finaleinzug gegen bärenstarke Türken hat die deutsche Mannschaft bewiesen, dass im Fußball nicht immer der Bessere gewinnt.

Es gibt eine Weisheit im Fußball, die - naja fast - immer gilt: "Fußball ist ein einfaches Spiel, bei dem 22 Spieler mit einem Ball gegeneinander spielen, und am Ende gewinnt immer Deutschland." Das hat vor vielen Jahren einmal Englands Stürmerlegende Gary Lineker gesagt. Anders ausgedrückt: Es gewinnt nicht immer die bessere Mannschaft, sondern Deutschland. Kein Trainer, kein Spieler, ja nicht einmal Franz Beckenbauer hätte den überaus glücklichen 3:2-Sieg EM-Halbfinalsieg der deutschen Nationalmannschaft gegen die Türkei besser auf den Punkt bringen können.

Während die Türken nicht nur den erwartet großen Kampf geliefert, sondern auch mit einem bärenstarken Auftritt über weite Strecken das Spiel im Baseler St. Jakob-Park bestimmt hatten, trug die deutsche Mannschaft nach dem Beauty-Auftritt gegen Portugal wieder die unschöne Fratze aus dem Kroatien-Spiel. "Eine Leistungssteigerung muss im Finale sicher her", forderte Teammanager Oliver Bierhoff nach dem ersten Endspiel-Einzug bei einer Europameisterschaft seit dem Triumph 1996.

Ballack: "Das war kein großer Fußball"

Mit Blei in den Beinen und Hilflosigkeit im Aufbauspiel (Löw: "Wir waren geistig nicht wach") hechelte die deutsche Mannschaft den Türken in vielen Zweikämpfen hinterher, kam überhaupt nicht ins Spiel und war vor allem zur Pause mit dem 1:1 bestens bedient. Hätte man einem Laien vor dem Spiel erklärt, dass der Favorit weiße Hemden und schwarze Hosen anhat, dieser hätte nur ungläubig mit dem Kopf geschüttelt. "Das war kein großer Fußball, das konnte man auch nicht erwarten", sagte Michael Ballack, der von Mehmet Aurelio fast völlig aus dem Spiel genommen wurde. Eine Erklärung für den mysteriösen Auftritt der deutschen Mannschaft lieferte der Kapitän nach: "Wir hatten ein bisschen schwere Beine, vielleicht einen Tag zu lange Pause."

"Es gab bei uns viele Defizite. Wir haben drei Meter vom Mann weggestanden, Pressen und Forechecking hat nicht stattgefunden", legte Miro Klose den Finger in die Wunde. "Last-Minute-Held" Philipp Lahm war in der Defensive gegen Kazim und Sabri wie Arne Friedrich auf der anderen Seite gegen Ugur oft nur zweiter Sieger. Beide sahen bei den türkischen Toren ganz schlecht aus.

Ballack kaum zu sehen

Was gegen Portugal mit dem 4-2-3-1 wie am Schnürchen lief, klappte gegen die von Fatih Terim glänzend eingestellte Türkei überhaupt nicht. Mehmet Aurelio nahm Michael Ballack völlig aus dem Spiel, so dass strukturierte Offensivaktionen Seltenheitswert hatten. "Wir hätten heute sicher einen zweiten zentralen Stürmer gebrauchen können", gestand Bundestrainer Joachim Löw. Weil es aber im Mittelfeld an allen Ecken und Enden brannte, sah Löw von der offensiveren Variante im Spielverlauf ab.

Simon Rolfes konnte seine starke Leistung beim Sieg gegen Portugal im defensiven Mittelfeld nicht bestätigen, zog sich zudem eine Platzwunde zu und wurde für Torsten Frings ausgewechselt. "Wir hatten zu viele Ballverluste, die die Türken stark gemacht haben", analysierte Löw. "Ich habe zum Trainer gesagt, wenn Not am Mann ist, kann er mich bringen. Gott sei Dank hat es geklappt", sagte Frings, der nach seinem Rippenbruch zunächst auf der Bank geblieben war.

Mit dem Bremer kehrte mehr Aggressivität ins deutsche Spiel zurück, die Ton angebende Mannschaft blieben aber die Türken. "Meine Spieler hätten es verdient gehabt. Hätten wir es in die Verlängerung geschafft, hätten wir das Spiel für uns entscheiden können", sagte Trainer-Vulkan Terim danach enttäuscht.

"Wir haben heute nicht so gut gespielt, waren aber eiskalt und haben unsere Chancen genutzt", beschrieb Frings, was die deutsche Mannschaft in Basel besonders ausgezeichnete, die zudem nach dem Ausgleich der unglaublichen "Comeback-Türken" nicht die Nerven verlor.

Löw: "Ein Wahnsinns-Kampf"

Der defensiv schwache Lahm war in der Schlussminute nach genialem Doppelpass mit Thomas Hitzlsperger der Schütze des "Goldenen Tores". "Die Mannschaft hat nach dem 2:2 zurückgeschlagen und tolle Moral bewiesen. Sie hat an den Erfolg geglaubt", lobte Löw seine Helden. Der sonst immer so coole Bundestrainer war nach den nervenaufreibenden 90 Minuten sichtlich gezeichnet. "Ich bin natürlich auch geschafft von diesem Spiel. Das war ja ein Wahnsinns-Kampf auf Biegen und Brechen bis zur letzten Sekunde. Jetzt haben wir es geschafft, das macht mich natürlich glücklich."

So steht die EM-Bergtour 2008 des deutschen Teams am Sonntag vor dem Gipfelsturm. Löw: "Wir haben eben diese Siegermentalität, um dieses Finale zu gewinnen." Gary Lineker wird da sicher nicht widersprechen.

 

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Dienstag, 24. juni 2008

Sie sind in aller Munde und bringen Glanz und Glamour in und um die Stadien.

eurosport.yahoo.de hat für Sie die attraktivsten Spielerfrauen der Kicker herausgesucht und eine Hitliste erstellt. Welche ist die Schönste und holt sich ihren ganz persönlichen Titel zur EM-Prinzessin?
Zur Bildergalerie

1. Sylvie van der Vaart

Die 30-Jährige ist Model, Moderatorin und Schauspielerin. Seit 2005 ist mit dem niederländischen Mittelfeldspieler Rafael van der Vaart verheiratet. Die beiden haben einen zweijährigen Sohn (Damian) und leben in Hamburg. 2003 wurde Sylvie zur "sexiest woman" in Holland gekürt. Außerdem wurde sie zur hübschesten Frau in der Bundesliga gewählt. Die Medien zeigen großes Interesse an ihr.

2. Alena Seredova

Alena Seredova war schon auf dem Cover vom Playboy zu sehen. Das tschechische Topmodel ist mit Italiens Torhüter Gianluigi Buffon liiert. 2007 brachte sie Louis Thomas, den ersten Sohn des Paares, zur Welt. Alena war 1998 Vize-Miss Tschechien und repräsentierte im gleichen Jahr ihr Land bei der Wahl zur Miss World.

3. Sarah Brandner

Seit 2007 ist das Münchner Model mit Bastian Schweinsteiger zusammen. Kennengelernt haben die beiden sich beim Shoppen. Die 19-jährige Abiturientin pflegt enge Kontakte zu den Klitschko-Brüdern und lässt sich auf Promi-Partys oft mit Boris Becker sehen. "Schweini" verließ für sie seine Villa im Grünwald und zog in ihre Schwabinger Altbauwohnung. Sarah ist bodenständig und fiebert bei der EM am liebsten im Fanblock mit.

4. Noemie Lenoir

Die Französin ist mit Claude Makelele verheiratet. 2005 kam ihr gemeinsamer Sohn Kelyan zur Welt. Mit 16 wurde sie als Model entdeckt. Noemie war neben Laetitia Casta und Andie MacDowell in erfolgreichen Kosmetikkampagnen zu sehen. Außerdem lief sie für das Unterwäschelabel Victoria's Secret über die internationalen Laufstege. Die 30-Jährige stand schon gemeinsam mit Pierce Brosnan und Salma Hayek für Kinoproduktionen vor der Kamera.

5. Eva Maria Gonzalez

2003 wurde die Freundin von Torhüter Iker Casillas Miss Spanien. Im gleichen Jahr nahm Eva Maria an der Wahl zur Miss Universe teil. Damit begann ihre internationale Modelkarriere. Die 27-Jährige lief für spanische Topdesigner über den Laufteg und war Covergirl zahlreicher Modemagazine. In einer Umfrage wurde Eva Maria zur hübschesten Spielerfrau in Spanien gewählt.

6. Nereida Gallardo

Das 24-jährige Nacktmodel hat sich den portugiesischen Superstar Cristiano Ronaldo geangelt. Die dunkelhaarige Mallorquinerin lernte den Stürmer in einem In-Club in Palma kennen. Nereida besuchte früher eine katholische Schule und arbeitet nebenbei als Krankenschwester. Sie strebt eine Modelkarriere an, fährt einen Ford Ka und lebt noch zuhause bei ihrer Mama.

7. Helena Seger

Auch Zlatan Ibrahimovic hat eine attraktive Partnerin an seiner Seite. Schwedin, blond und Schauspielerin. Die 37-Jährige lernte Zlatan 2002 auf einer Party kennen. Im Mai 2006 folgte die Hochezeit und im September wurde Sohn Maximilian geboren. Mittlerweile hat der Stürmerstar mit der elf Jahre älteren Helena ein zweites Kind.

8. Marta Cechetto

Das italienische Model ist mit Bayern-Kicker Luica Toni liiert. Neben ihren Model- und Moderatorenjobs ist die 29-Jährige das Aushängeschild einer Schmuckkollektion. Ihre Beziehung zu Toni sei allerdings nicht so glamourös. Ganz normal eben, er spiele Fußball und sie wasche, koche und bügle.

 

 

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Montag, 23. juni 2008
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Montag, 23. juni 2008
Spanien bricht den Bann gegen Italien und kommt bei einem großen Turnier nach vielen vergeblichen Anläufen endlich ins Halbfinale.

 Erstmals seit 88 Jahren blieb die "Seleccion" in einem Pflichtspiel siegreich über den Weltmeister und zog damit als letzte Mannschaft ins Halbfinale der EM ein. Dort trifft Spanien auf Russland.


Diese beiden Teams standen sich bereits in der Vorrunde gegenüber - die Iberer überrannten die Mannschaft von Trainer Guus Hiddink seinerzeit mit 4:1.

Italiens Trainer Roberto Donadoni rang nach dem Ausscheiden nach Worten: "Die Spieler waren müde und haben aufopferungsvoll gekämpft. Leider hat es nicht gereicht."

"Matchwinner" Cesc Fabregas konnte hingegen sein Glück kaum fassen: "Das war das wichtigste Tor meines Lebens. Der Fußballgott hat endlich Gerechtigkeit walten lassen", so der Schütze des "goldenen" Elfmeters.

1. Halbzeit :

Von der ersten Minute an entwickelte sich ein taktisch geprägtes Rasenschach. Die "Squadra Azzurra" schaute den quirligen Spaniern bei deren nett anzusehendem Spielaufbau im Mittelfeld zu. Sobald ein Iberer dann einen Vorstoß in Richtung Torwart Gianluigi Buffon wagte, machte die gut gestellte Viererkette die Räume dicht.

Nach gut einer halben Stunde wechselte der entnervte David Silva vom linken auf den rechten Flügel und unterstützte Andres Iniesta. In der 33. Minute versuchte Silva dann einen Schuss aus der Drehung heraus und prüfte Buffon. Der Keeper parierte die beste - aber eben auch einzige - Torchance ohne Probleme.

Auf der anderen Seite machte Italien nicht mehr als nötig. Luca Toni vergab die einzige halbwegs gute Möglichkeit der "Squadra Azzurra", die den Zug zum Tor über weite Strecken der ersten Hälfte komplett ausgeschaltet hatte. Die einzige Variante war der lange Ball auf den Bayern-Stürmer. Entweder kam aber dann das Leder nicht an, oder Toni einen Schritt zu spät.

2. Halbzeit:

Trotz der schlechten ersten Hälfte, sahen beide Trainer keine Veranlassung, personelle Veränderungen vorzunehmen. Dementsprechend änderte sich aber auch am Spielverlauf nichts und jedes der Teams kam zu exakt einer echten Torchance.

In der 62. Minute schraubte sich Toni höher als Carlos Marchena und verlängerte für den eingewechselten Mauro Camoranesi. Der gebürtige Argentinier tunnelte Marchena sechs Meter vor dem Tor, aber Keeper Iker Casillas kratzte das Geschoss von der Linie.

Zwanzig Minuten später kamen die Iberer zu ihrer Möglichkeit, allerdings begünstigt von einem Patzer von Gianluigi Buffon. Der italienische Schlussmann parierte den strammen Distanzschuss von Marcos Senna, ließ die Kugel dann aber unter sich durchrutschen. Im Nachfassen konnte er der "Squadra Azzurra" das Unentschieden halten.

Verlängerung:

In der Verlängerung dasselbe Bild. Die Spanier kamen trotz überlegenem Ballbesitz nicht entscheidend in die gegnerische Hälfte. Italien verschleppte das Tempo und vertraute offenbar auf das angeborene Sieger-Gen. Nach 120 drögen Minuten hatte das Geduldsspiel ein Ende.

Elfmeterschießen:

Im Nervenkrimi vom Elfmeterpunkt flatterten zuerst dem zweiten Schützen der Italiener, Daniele de Rossi, die Nerven. Casillas parierte mit dem Hechtsprung nach rechts und brachte Spanien psychologisch in Vorteil. Bei den Iberern verschoss der eingewechselte Daniel Güiza und plötzlich war alles wieder offen. Im Anschluss versagtem dem ebenfalls eingewechselten Antonio di Natale die Nerven und Casillas hielt den unplatzierten Schuss sicher. Cesc Fabregas machte mit seinem trocken verwandelten Elfer alles klar und Spanien entsagte sich kurzfristig vom ewigen Fluch der schwachen Turniermannschaft.

Spieler des Spiels:

David Silva war von der ersten bis zur letzten Minute immer unterwegs. Der Spieler vom FC Valencia war der einzige auf Seiten der Spanier, der immer wieder mit Nachdruck den Weg zum Tor suchte. Ihm fehlte lediglich das Quäntchen Glück.

 

 

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Sonntag, 22. juni 2008
Felipe Massa und Kimi Räikkönen haben beim Großen Preis von Frankreich in Magny-Cours den dritten Doppelsieg der Saison für Ferrari eingefahren. Durch den Erfolg hat der Brasilianer auch die Führung in der WM-Wertung übernommen. Bester Deutscher Fahrer wurde Timo Glock auf dem elften Rang.

Alle Infos zum GP von Frankreich auf
eurosport.yahoo.de
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Samstag, 21. juni 2008
Viel Lärm um Nichts - Mario Gomez wird zumindest nicht innerhalb der Bundesliga wechseln. "Wir haben dem FC Bayern mitgeteilt, dass wir Mario Gomez nicht abgeben werden", sagte Stuttgarts Manager Horst Heldt. "Damit ist das Thema für uns erledigt", ergänzte VfB-Pressechef Oliver Schraft.

Mehr Infos bei eurosport.yahoo.de
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Samstag, 21. juni 2008
Der so heftig umstrittene Nationaltrainer Fatih Terim hat es all seinen Kritikern gezeigt und die Türkei zum "Comebacker" der EM geformt.

Seine Anweisungen, Gesten und Gesichtsausdrücke stünden jedem Dirigenten gut zu Gesicht: Terim, der Dramaturg unter den Trainern, ist ohne Zweifel der Erfolgsgarant der türkischen Mannschaft. Das "Kämpfer-Gen" von Hamit Altintop und Co. geht nicht zuletzt auf den so polarisierenden Coach zurück.

Ein Vulkan ist nichts gegen Terim. Unermüdlich schreitet der 54-Jährige mit hoch rotem Kopf die Coaching Zone auf und ab, kommuniziert mit einer Mischung aus Schreien und eigenartiger Gestensprache mit seinen Spielern, kolportiert mit seiner Mimik Emotionen, wie es eigentlich nur Schauspieler vermögen.

Wenn man Terim am Spielfeldrand beobachtet, wird die von der UEFA verhängte Sperre für Joachim Löw endgültig ad absurdum geführt. Emotionen - das ist die Währung von Terim, sein Handwerkszeug, seine Sprache. Und Fatih Terim steht sinnbildlich für eine türkische Mannschaft, die nicht mit gängigen Maßstäben zu bewerten ist - genauso wie ihr Trainer.

Terim tröstet Bilic

Als der Fußballlehrer, der aus ärmlichen Verhältnissen stammend zur Kult- und gleichzeitig Hassfigur des türkischen Fußballs wurde, nach dem entscheidenden Elfmeter zu seinem Gegenüber Slaven Bilic ging, offenbarte Terim aber Facetten, die die Öffentlichkeit bei dem oft so harsch und unnahbar wirkenden Coach kaum wahrnimmt: Sportlichkeit, Mitgefühl - und Warmherzigkeit. Er umarmte den Trainer der Kroaten innig und flüsterte ihm einige Worte ins Ohr. Terim ist ein Erfolgsmensch durch und durch, kennt aber die Schattenseiten nur zu gut.

1993 übernahm der impulsive Trainer, der sich selbst als "überhaupt nicht aggressiv" einstuft, zum ersten Mal die Verantwortung für die türkische Nationalmannschaft. Sein Engagement endete 1996, als die Türkei ohne Punkte und ohne ein einziges erzieltes Tor bei der EM-Endrunde in England ausgeschieden war.

Schon damals sah sich der im südlichen Adana geborene frühere Libero dem Vorwurf ausgesetzt, sein Führungsstil sei diktatorisch und von Bevormundung gekennzeichnet. Mit markigen Sprüchen ("Ich lasse mich nicht belehren, wenn, dann belehre ich Euch") und seiner kompromisslosen Art nährte Terim die Vorurteile.

Ständiger Kleinkrieg mit den türkischen Medien

Hinzu kommt noch der ewig währende Kleinkrieg mit den ebenso kompromisslosen türkischen Medien. Pressekonferenzen mit Terim haben in der Türkei einen ähnlichen Kultstatus wie seinerzeit die Mediengespräche mit Ex-Bayern-Coach Giovanni Trapattoni.

Der "Imperator", wie er genannt wird, hat sich ein dickes Fell zugelegt. Täglich wechselnde Stimmungsmache, die Terim nach einem Sieg zum Volkshelden erklärt und nach einer Niederlage zum Verräter degradiert, hat ihre Spuren beim charismatischen Trainer hinterlassen - und einen Kämpfer aus einem Mann gemacht, der die Härte des täglichen Schlagabtausches mit der Öffentlichkeit schonungslos auf sein Team zu übertragen scheint: Verlierer ist nur der, der schon aufgegeben hat.

Terim mit Ausflügen nach Italien

Und so blieb am Ende doch sein Ruf als hervorragender Taktiker und Analytiker im Gedächtnis der Türken hängen. Nach Trainer-Intermezzi bei Galatasaray Istanbul (1996-2000 und 2002-2004), dem AC Florenz (2000-2001) und dem AC Mailand (2001) holte ihn der türkische Verband 2005 wieder ins Boot und damit den Erfolg zurück.

Seitdem hinterlässt der aufbrausende Coach immer deutlichere Spuren beim Halbfinalgegner der deutschen Mannschaft. Terim hat seinem Team das berühmte "Sieger-Gen" eingeimpft. Das entscheidende Spiel der Gruppenphase gegen Tschechien war gewissermaßen Anschauungsunterricht für das, was Terim der türkischen Nationalelf vermittelt.

Nur noch selten treffen Floskeln der (angeblichen) Fußball-Historie so zielsicher den Kern der Sache wie bei Terim: Kampf, Laufbereitschaft und Wille stehen beim türkischen Coach ganz oben auf der Liste. Sie sind die Basis des Erfolges der Türkei. Und wer gegen die tschechische Republik in den letzten 13 Minuten drei Tore schießt, kann mental kaum belastungsfähiger und körperlich kaum fitter sein.

Ode an Kahn: Weiter, immer weiter machen...

Auch gegen Kroatien haben Altintop und Co. gezeigt, dass ein K.o.-Spiel nun mal nicht nur 120 Minuten dauert und dass ein Gegentor eine Minute vor dem Abpfiff noch lange nicht die sichere Niederlage bedeutet. Als der Elfmeter-Held Rüstü den Ball in den letzten Sekunden der Verlängerung weit vor in den Strafraum der Kroaten schlug und das Leder beim späteren Torschützen Semih Sentürk landete, konnte sich nur ein Schelm nichts Böses dabei denken...

"Es ist einmalig, was heute passiert ist", stammelte der sichtlich ergriffene und psychisch wie physisch erschöpfte Trainer nach dem Elfer-Krimi gegen Kroatien ins Mikrofon eines Journalisten. Doch er weiß, dass das nicht stimmen muss. Denn Terim hat mit seinen Türken noch einiges vor, etwas, dass er vermutlich wieder als "einmalig" bezeichnen würde. Die Luft und die Psyche haben seine Mannen dazu allemal.


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Freitag, 20. juni 2008
Eine Flasche Rotwein hat Joachim Löw zwar verloren, das Duell gegen die Kritiker hingegen ging klar zugunsten des Bundestrainers aus.

Nach der taktischen Meisterleistung gegen Portugal sieht Löw die Spitze des Berges - und kennt nur ein Ziel: "Jetzt wollen wir in das Finale. Wir haben gesehen, was möglich ist", gibt der Nationalcoach die Marschrichtung für den Endspurt der Euro 2008 vor.


Kein Frage: Nach den bisher durchwachsenen Auftritten der deutschen Mannschaft tat Löw die blitzsaubere Partie gegen die favorisierten Portugiesen richtig gut. Der 48-Jährige demonstrierte auf der Pressekonferenz des DFB am Tag nach dem Viertelfinal-Triumph Selbstvertrauen und Glaube an die eigene Stärke. Auf die Frage eines Journalisten, ob er nach den Versprechen "Viertelfinale" und "Halbfinale" auch das Versprechen "Finale" an die deutschen Fans machen wolle, antwortete Löw trocken: "Ja." Entschlossenheit pur.

"Wir haben gezeigt, dass wir bei diesem Turnier eine Rolle spielen werden und man mit uns rechnen muss. Die spielstarken Portugiesen haben dem Druck im Viertelfinale nicht standgehalten. Wir hingegen waren psychisch sehr stark", so Löw, der sich beeindruckt von der konzentrierten Leistung des Teams zeigte: "Wir haben von Anfang an klar gemacht, dass wir dieses Spiel unbedingt gewinnen wollen."

Grundsystem bleibt

Der starke Auftritt der DFB-Elf ist für Löw aber keine Frage des Systems: "Unsere taktische Ausrichtung ist systemunabhängig. Unserer Grundphilosophie ändert sich nie: Druck ausüben, Schnelles Umschalten, vertikales Flachpassspiel."

Ganz klar: Der Bundestrainer will seine vorgenommene Umstellung nicht als generelles Umdenken verstanden wissen. "Nach dem Österreich-Spiel sind wir zusammengesessen und haben kritisch hinterfragt, was wir verbessern müssen. Uns war klar, dass Korrekturen vorgenommen werden müssen", erläutert der 48-Jährige.

Löw betont, dass das "Grundsystem 4-4-2 bestehen bleibt", je nach Bedarf aber variiert wird. "Wir wussten, dass gegen Portugal das Zentrum gut besetzt sein muss und die Außenpositionen zugemacht werden müssen", so der Bundestrainer.

Löw bezahlt gerne

Ob nun umfassende Systemumstellung oder bloß kleine Korrektur: Fakt ist, dass das deutsche Spiel mit einem offensiveren Michael Ballack, einem fulminant auftrumpfenden Bastian Schweinsteiger über rechts und einem lauffreudigen Lukas Podolski über links unberechenbarer, schneller und effektiver ist. Selbst die zuletzt arg gescholtenen Standardsituationen - in den vergangenen Jahren immer eine Paradedisziplin deutscher Mannschaften - feierten gegen Portugal ein "Revival". Das überraschte sogar den Bundestrainer, der mit Assistent Hansi Flick, der Löw auf der Trainerbank vertrat, sogar eine Wette einging, dass die DFB-Elf kein Freistoßtor erzielen würde. Am Ende musste sich der Chef seinem Co geschlagen geben und nun seine Wettschuld einlösen: Eine Flasche Wein. "Die bezahle ich gerne", lässt Löw die versammelten Medienvertreter wissen.

Nach Portugal ist vor dem Halbfinale: Deswegen will Löw die Zügel auf keinen Fall schleifen lassen. Schon heute lässt er die DFB-Kicker zum leichten Training antreten, allerdings liegt der Schwerpunkt auf Regeneration."Einige Spieler haben ein enormes Laufpensum im bisherigen Turnier absolviert, da ist es schon wichtig, dass man sie ein wenig schont", erklärt der Fußball-Lehrer. Die Ersatzspieler werden hingegen das volle Programm absolvieren. Für Samstag setzen Löw und Co. ein Training im individuellen Bereich an.

 

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Freitag, 20. juni 2008

Eurosport-Experte Kalle Riedle ist wie ganz Deutschland begeistert von "Schweini" und dem Auftritt der DFB-Elf gegen Portugal. Für den ehemaligen Nationalspieler ist der Systemwechel jedoch nicht die Hauptursache für den Wandel im deutschen Spiel - die entscheidende Wende fand im Kopf statt.

Hallo Fußball-Freunde,

was war das für ein Auftritt der deutschen Mannschaft gegen Portugal! Mit einem überragenden Bastian Schweinsteiger in der ersten und einem überragenden Lukas Podolski in der zweiten Hälfte haben Löws Jungs genau das abgerufen, was man braucht, um gegen die spielstarken Portugiesen zu bestehen. Ein weiterer Schlüssel zum Sieg: Die hundertprozentige Einstellung der gesamten Mannschaft. Wie die Jungs über fast 90 Minuten die Räume eng gemacht und die Pass- und Laufwege von Ronaldo und Deco zugestellt haben, war einfach klasse. Natürlich haben wir auch das nötige Quäntchen Glück gehabe, dass man einfach braucht. Denn Ronaldo, Deco, Gomes und Co. waren trotz der starken Leistung der Deutschen immer gefährlich. Ehrlich gesagt, haben wir in einigen Situationen auch Glück gehabt, als Portugal den Abschluss nicht gefunden hat. Dann hätte das Spiel auch ein wenig anders verlaufen können.

Systemwechsel nicht ausschlaggebend

Unterm Strich bleibt aber: Es war ein verdienter Sieg der DFB-Elf nach einer richtig starken Leistung und ein verdienter Einzug ins Halbfinale. Weil die Einstellung gestimmt hat. Systemwechsel hin oder her: Entscheidend ist in solchen Partien, wie jeder einzelne Spieler an die Aufgabe herangeht. Ein Spiel wie das gegen Österreich hemmt dich als Spieler, denn du weißt: Wenn du dieses Spiel verlierst, bist du nicht nur aus dem Turnier ausgeschieden, sondern musst dir jahrelang Häme gefallen lassen. Jetzt gegen Portugal konnte die Mannschaft relativ befreit aufspielen. Und das hat die Portugiesen überrascht. Das frühe Attackieren und Zustellen passt den Super-Technikern nämlich überhaupt nicht. Apropos Super-Techniker: Der Mann des Spiels war trotz der überragenden Leistung von "Schweini" für mich Deco - einfach sensationell, was dieser Spieler auf den Platz zaubert.

Gruppenphase ist Vorgeplänkel

Aber zurück zum deutschen Team. Jetzt redet natürlich die ganze Fußball-Welt wieder vom Mythos "Turniermannschaft". Warum auch nicht? Wenn es wirklich so war, dass es nach dem Kroatien-Spiel mal ein richtiges Donnerwetter innerhalb des Teams gegeben hat, dann war das offenbar notwendig. Zu meiner Nationalmannschaftszeit hat es auch hin und wieder richtig gekracht, das muss manchmal sein. Das Resultat war meist ein Leistungsschub, wie ihn die DFB-Elf im Viertelfinale gezeigt hat. Es bleibt eben dabei, was ich, Lothar Matthäus und viele ehemalige Mitspieler auch heute noch sagen: Ein Turnier beginnt ab dem Viertelfinale bei Null, die Gruppenphase ist tatsächlich nur Vorgeplänkel. Das ist zwar eine Floskel, aber eine mit einem wahren Kern. Deswegen: Warten wir mal ab, was die hoch gelobten Spanier und Niederländer machen. Die drehen in der Gruppenphase immer gerne voll auf und dann geht ihnen so langsam die Puste aus - dann, wenn es wirklich zählt. Das ist unsere Stärke: Wenn es um alles geht, können wir immer eine Schippe drauflegen.

Wir schlagen die Türkei oder Kroatien

Für mich steht außer Frage, dass dieser Sieg gegen Portugal der Mannschaft einen riesigen Schub gegeben hat. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die DFB-Elf im Halbfinale an der Türkei oder auch Kroatien scheitert. Jogi Löw und Hansi Flick werden sich jetzt ganz in Ruhe die vielen guten Szenen des Viertelfinales noch einmal vornehmen und die wenigen Fehler - vor allem auf der linken Abwehrseite, wo Podolski teilweise zu früh draufgegangen ist - analysieren. Ich bin fest davon überzeugt, dass diese kleinen Schwächen noch ausgemerzt werden. Dann steht dem Finaleinzug von Ballack und Co. nichts mehr im Wege.

Mein Tipp übrigens: Die Italiener schaffen's ins Endspiel. Ein Halbfinale Niederlande-Italien mit siegreichen Azzurri wäre zudem die Krönung des Turniers, wenn man bedenkt, wie "leicht" die Holländer Italien hätten rauskegeln können...

Mal sehen, was dieses Turnier noch für uns bereithält. Hoffentlich eine DFB-Elf, die weiter so überraschen kann. Bis zum nächsten Mal und weiterhin viel Spaß beim Surfen auf eurosport.yahoo.de!

Euer Kalle Riedle

 

 

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