Mittwoch, 14. mai 2008

Den wilden Taumel der Kölner Aufstiegs-Party hätte um ein Haar ein abrupter Katzenjammer abgewürgt. "Irre Spekulationen" kursierten um einen vorzeitigen Abschied des in der Domstadt verehrten Christoph Daum. Mit einem Treueschwur schaffte der Geißbock-Coach jetzt ein Ende der Ungewissheit.

"Selbstverständlich will ich weiter beim FC bleiben. Ich habe einen Vertrag bis 2010. Und den will ich erfüllen. Das ist jetzt keine Pokerei, ich spiele nicht mit dem Klub", schrieb Daum nun in einer Kolumne für den Kölner "Express". So selbstverständlich war das Bekenntnis zum FC freilich nicht. Schon bei der Aufstiegsfeier war die gebremste Euphorie des Taktikers aufgefallen. Am Montag noch zitierte ihn dasselbe Kölner Boulevard-Blatt mit den Worten: "Der FC war eine Herzensangelegenheit, aber ich kann nicht mehr weitermachen. Es hat keinen Zweck mehr."

FC-Zukunft: Klassenerhalt statt Königsklasse

Hintergrund der Spekulationen um einen vorzeitigen Abschied war das schwierige Verhältnis Daums zur Clubführung. Öffentlich kritisierten der Präsident Wolfgang Overath und dessen Vize Jürgen Glowacz die Taktik des Trainers. Hinzu kommt, dass dem Abgang des Stürmers Patrick Helmes noch keine prominenten Neuzugänge gegenüber stehen. Ziel in der Bundesliga wird daher zunächst der Klassenerhalt und keineswegs das internationale Geschäft sein.

Die große europäische Bühne hätte Daum dagegen mit Galatasaray Istanbul betreten können. Der frischgebackene türkische Meister ist bereits für die Champions League qualifiziert und soll Daum laut "Kicker" ein Vertragsangebot gemacht haben. Als Meister mit Besiktas und Fenerbahce Istanbul genießt der Türkei-erfahrene 54-Jährige einen glänzenden Ruf am Bosporus. Auch zu den Ambitionen Daums passt die Königsklasse besser als der Abstiegskampf. Deswegen wollte Daum nichts überstürzen. "Ich möchte in dieser Jubelstimmung nicht einen Schnellschuss bereuen. Es gibt jede Menge Probleme, die anzusprechen sind", dämpfte Daum bei "Calli.TV" gegenüber Reiner Calmund die Erwartungen. Es drohte dem Verein ein Schicksal wie 2005, als Huub Stevens den "Geißböcken" nach dem Aufstieg den Rücken kehrte.

Daum bekennt sich zum "Premiumpartner"

Was führte also zu dem Sinneswandel? Präsident Overath wird es jedenfalls nicht gewesen sein. Noch nach dem 2:0-Erfolg gegen Mainz, der am vergangenen Sonntag zum Aufstieg führte, hatte die FC-Legende ohne Umschweife auf eine schnelle Entscheidung gedrängt. Manager Michael Meier dagegen hatte Verständnis für die Befindlichkeiten des Übungsleiters gezeigt und das Club-Schicksal in dessen Hände gelegt: "Zu dieser Entscheidung können wir nichts mehr beitragen. Die muss Daum ganz alleine fällen." Einen Alternativkandidaten habe man jedenfalls nicht an der Hand, gab Meier freimütig zu.

Was jedoch eine Rolle gespielt haben könnte, ist, dass Daum nach vielen Jahren auf dem Trainer-Karussel zwischen Leverkusen, Wien und Istanbul mit seiner Familie in Köln heimisch geworden ist. Eine Art Heimkehr wäre auch die Rückkehr in die Bundesliga für den Trainer, der seit seiner Kokain-Affaire vor acht Jahren keinen Club im deutschen Fußball-Oberhaus betreut hat. Der FC, zuletzt noch eine Fahrstuhlmannschaft zwischen Erst- und Zweitklassigkeit, bietet ihm dabei sowohl eine sportliche Herausforderung als auch ein glänzendes Sprungbrett: "Der FC hat fantastische Rahmenbedingungen. In der Wirtschaft würde man sagen: Das ist ein absoluter Premiumpartner, der riesige Emotionen hervorruft. Aber es gibt noch viel zu tun."

von ov veröffentlicht in: Fußball
Kommentar hinzufügen Kommentare (0)    empfehlen
Mittwoch, 14. mai 2008
Im UEFA-Cup-Finale greift der "kleine General" gegen seinen ehemaligen Club Glasgow Rangers nach seinem größten Erfolg. Für Dick Advocaat, Trainer von Zenit St. Petersburg, geht es um den ersten europäischen Titel. "Es ist wie ein Wunder, was in St. Petersburg passiert", schwärmt der Weltenbummler.

Advocaat, der neben seiner langjährigen Tätigkeit als niederländischer Nationaltrainer unter anderem auch südkoreanischer WM-Trainer von 2006 war sowie ein kurzzeitiges Engagement als Coach der Nationalmannschaft der Vereinigten Arabischen Emirate hatte, ist stolz über den Finaleinzug mit seiner russischen Überraschungself. "Jeder in Europa spricht darüber, wie Zenit spielt. Das ist sensationell", betont der Niederländer.

Besonders nach dem überzeugenden 4:0-Erfolg im Halbfinal-Rückspiel über Double-Gewinner Bayern München ist der amtierende russische Meister in aller Munde und geht als Favorit ins Endspiel. Die technisch versierte Truppe wusste im bisherigen Wettbewerb besonders in der Offensive zu überzeugen. 24 Tore in 14 Spielen sprechen besonders im Europapokal eine deutliche Sprache. Die Russen laufen jedoch ohne ihren Zehn-Tore-Mann Pawel Pogrebnjak, der eine Gelbsperre absitzen muss, auf. Dafür kommt Andrei Arshawin zum Einsatz, der sein Können im Viertelfinale gegen Bayer Leverkusen unter Beweis gestellt hat und mit seiner Schnelligkeit auch der Rangers-Abwehr zu schaffen machen wird.

Trotz aller Lobeshymnen auf das Advocaat-Team, gehen die Schotten bei weitem nicht chancenlos in die Auseinandersetzung. Während St. Petersburg das erste Mal in seiner 83-jährigen Vereinsgeschichte in einem europäischen Finale steht, ist es für Glasgow bereits das vierte Europapokalendspiel. Ausgerechnet gegen eine russische Mannschaft waren die Rangers dabei einmal siegreich - 1972 bezwangen sie Dynamo Moskau mit 3:2.

"Können Geschichte schreiben"

Für die Mannen von Trainer Walter Smith spricht außerdem ihre hervorragende Defensive. Nachdem die Schotten in der Vorrunde der Champions League ausschieden, kassierten sie in acht UEFA-Cup-Partien nur zwei Gegentore. Zudem kann der schottische Vizemeister auf die Unterstützung seiner Fans bauen. Gut 80.000 "Bravehearts" nahmen den 350-Kilometer-Kurztrip von Glasgow nach Manchester zum City-Stadion auf sich. "Das wird wie ein Heimspiel wie im Ibrox Park", sagte Coach Smith, der 1998 noch der Amtsvorgänger von Advocaat war.

Fußball-Ästheten werden sich am Spiel Glasgows, das drei Nullnummern in den vergangenen vier Spielen produzierte und sich nur durch einen Sieg im Elfmeterschießen gegen den AC Florenz für das Finale qualifizierte, nicht gerade erfreuen können. Auch wenn der Rangers-Trainer forderte, dass sich seine Mannschaft "mehr am Spiel beteiligen" solle.

Fragt sich nur, wer am Ende triumphiert - die russische Offensive oder das schottische Bollwerk. Advocaat hat jedenfalls bessere Argumente als sein schottischer Kompagnon und weiß, seine Spieler zu motivieren: "Wir sind nur noch eine Partie davon entfernt, Geschichte zu schreiben", so der 60-Jährige.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Zenit St. Petersburg: Malafejew - Schirokow, Anjukow, Krizanac, Sirl - Denisow, Timoschtschuk, Syrijanow - Dominguez, Tekke, Arschawin

Glasgow Rangers: Alexander - Broadfoot, Weir, Cuellar, Papac - Whittaker, Davis, Ferguson, McCulloch - Darcheville - Novo

 

von ov veröffentlicht in: Fußball
Kommentar hinzufügen Kommentare (0)    empfehlen
Dienstag, 13. mai 2008
Es war nur ein kurzes Gastspiel von Raphael Schäfer beim VfB Stuttgart. Nach Informationen der "Bild" beurlaubte der letztjährige Meister den Torhüter, der erst zu Saisonbeginn aus Nürnberg gekommen war, einen Spieltag vor Saisonende. Die Schwaben sollen Kontakt zu Nationalkeeper Jens Lehmann haben.

Der Mann vom FC Arsenal könnte in den kommenden beiden Jahren mit daran arbeiten, Nachwuchs-Torhüter Sven Ulreich zum Spitzenkeeper zu formen. Beim letzten Spiel der Saison in Bielefeld soll der 19-Jährige wieder im Tor stehen. Bis dahin soll das Thema beim VfB nicht weiter hochgekocht werden. "Unser Fokus liegt auf dem Spiel am Samstag gegen Bielefeld - da wollen wir uns noch für den Uefa-Cup qualifizieren", erklärte Manager Horst Heldt der Zeitung.

Lehmann jedenfalls wäre für eine Rückkehr in die Bundesliga bereit und schließt nicht aus, dass ihn sein Weg nach Stuttgart führen könnte. "Ja, für den Fall, dass ich weiterspiele, kann ich mir das vorstellen. Der VfB ist schließlich ein etablierter Bundesliga-Verein", sagte Deutschlands aktuelle Nummer eins. Lehmanns Vertrag beim FC Arsenal läuft zum 30. Juni aus und wird nicht verlängert. Einem Neustart in Deutschland stünde demnach nichts im Wege.

von ov veröffentlicht in: Fußball
Kommentar hinzufügen Kommentare (0)    empfehlen
Samstag, 10. mai 2008

Der Abstiegskampf geht in die heiße Phase - wer behält einen kühlen Kopf? Die eurosport.yahoo.de-Prognose!

Energie Cottbus

Bei Cottbus auf Rang 14 beginnt die "gefährliche Zone". Die Lausitzer trennen bei 33 Punkten gerade einmal zwei Zähler vom ersten Abstiegsplatz 16. Das Team von Trainer Bojan Prasnikar hat damit aber auch die beste Ausgangsposition. Energie holte von allen Mannschaften aus dem Tabellenkeller die meisten Punkte in der Rückrunde (18) und kann auf seine Heimstärke bauen.

Im Stadion der Freundschaft sind am 33. Spieltag die schwächelnden Hamburger zu Gast. Die Hanseaten verspielten durch eine 0:1-Heimniederlage gegen Werder Bremen die Champions-League-Teilnahme, brauchen aber jeden Zähler, um in den UEFA Cup zu kommen. "Gegen den HSV werden wir mit unseren eigenen Fans im Rücken ein Feuerwerk abbrennen", kündigte Kapitän Timo Rost forsch an. Die Lausitzer sind am letzten Spieltag noch zu Gast bei Hannover, das um den UI-Cup kämpft.

Die eurosport.yahoo.de-Prognose: Energie bewies in der Rückrunde mehrfach Nervenstärke und besiegte die direkten Konkurrenten Bielefeld, Rostock und Duisburg. Außerdem sind die Lausitzer "Abstiegskampf-Experten", kennen die Situation. Das Restprogramm ist leichter als das der Konkurrenz. Cottbus hält die Klasse.

Arminia Bielefeld

Bedrohlicher sieht die Situation bei der Arminia (Platz 15) aus. Angesichts der noch ausstehenden Partien gegen Borussia Dortmund und beim VfB Stuttgart, der sich für den UEFA Cup qualifizieren will, sowie nur einem Punkt Vorsprung auf Platz 16 und dem schlechtesten Torverhältnis aller Kontrahenten sind die Aussichten auf den Klassenverbleib ist die Lage sehr ernst, aber nicht hoffnungslos.

Mittelfeldspieler Rüdiger Kauf gab sich nach der 0:2-Niederlage gegen den neuen deutschen Meister Bayern München zumindest kämpferisch und zählte ebenfalls auf die Stärke im eigenen Stadion: "Wir denken jetzt an das Heimspiel gegen Borussia Dortmund. Mit den Fans im Rücken packen wir das."

Die eurosport.yahoo.de-Prognose: Die Arminen gewannen die letzten drei Heimspiele zu Null und wird auch gegen den BVB, der mit bisher nur drei Auswärtssiegen nicht gerade Angst und Schrecken in der Fremde verbreitet, drei Punkte einfahren. Im letzten Spiel in Stuttgart können sich die Ostwestfalen eine Niederlage leisten, weil auch Nürnberg nach unserer Prognose nur drei Punkte holt. Bielefeld muss bis zur letzten Sekunde zittern, bleibt der Liga aber erhalten.

1. FC Nürnberg

Wieder neue Hoffnung schöpft der "Club" aus Nürnberg, der sich durch einen "Big Point" gegen den MSV Duisburg selbst die Chance auf die erste Liga erhalten hat und wieder glaubt, den siebten Bundesligaabstieg zu verhindern. "Wir sind da und werden kämpfen bis zum Ende. Mit einer Leistung wie heute ist alles möglich", erklärte ein euphorischer Jan Koller nach dem überzeugenden 2:0-Sieg gegen die "Zebras".

Der Torschütze zum zweiten Treffer, Javier Pinola fügte hinzu: "Die drei Punkte sind sehr wichtig für unser Selbstbewusstsein." Davon benötigen die Nürnberger im Hinblick auf die Begegnungen bei Hertha BSC Berlin und zu Hause gegen den FC Schalke eine ganze Menge. Außerdem ist die Elf von Thomas von Heesen auf die Patzer der Konkurrenz angewiesen. Der Klassenerhalt wäre darüber hinaus schon ein kleines Wunder. Seit dem 17. Spieltag steht der Verein aus Franken ununterbrochen auf einem Abstiegsplatz.

Die eurosport.yahoo.de-Prognose: Die Franken haben Blut geleckt, werden kratzen und beißen. Trotzdem: Gegen die im Niemandsland der Tabelle rangierenden Berliner reicht es zwar zu einem "Dreier", das letzte Saisonspiel gegen FC Schalke aber geht verloren. "Königsblau" kämpft um die direkte Qualifikation für die Champions League und ist damit für den "Club" eine Nummer zu groß. Nürnberg steigt zum siebten Mal ab.

MSV Duisburg

Auf ein Wunder muss der MSV Duisburg hoffen, der sich seit der 8. Punktspielrunde "unter dem Strich" befindet und noch gegen die Bayern sowie in der Commerzbank Arena von Frankfurt um Punkte kämpft. Folgen Leistungen wie beim desolaten Auftritt in Nürnberg, stirbt selbst die letzte Hoffnung der Spieler, die Durchhalteparolen ausgeben. "Solange es eine rechnerische Chance gibt, werden wir alles geben", äußerte sich Keeper Tom Starke.

Die eurosport.yahoo.de-Prognose: Die Pleite in Nürnberg hat den "Zebras" das Genick gebrochen. Gegen den FC Bayern wird es die nächste NIederlage geben, damit hätte ein Erfolg in Frankfurt nur noch statistischen Wert. Der MSV Duisburg kann für die 2 Liga planen.

Hansa Rostock

Komplett aufgegeben hat sich hingegen der Tabellenletzte Hansa Rostock. Die Mannschaft von Trainer Frank Pagelsdorf verlor mit 0:3 in Hannover und vergab die letzte Gelegenheit, Anschluss an die Nichtabstiegsplätze herzustellen. "Mit der heutigen Niederlage ist der Abstieg besiegelt", sagte ein enttäuschter Christian Rahn. Fünf Punkte beträgt der Rückstand auf das rettende Ufer.

Alle Kontrahenten müssten in den letzten beiden Partien am besten punktlos bleiben. Außerdem benötigt Hansa in der DKB-Arena gegen Bayer Leverkusen und in Bochum zwei "Dreier". Ein winziger Hoffungsschimmer bleibt: 1998/1999 siegte die Hansa-Kogge am letzten Spieltag in einem dramatischen Spiel 3:2 beim Revier-Klub aus Bochum und sicherte sich damit den Klassenerhalt.

Die eurosport.yahoo.de-Prognose: Die Hansa-Kogge geht unter - das Team glaubt nicht an das Wunder. Die beiden letzten Partien werden zum "Schaulaufen".

von ov veröffentlicht in: Fußball
Kommentar hinzufügen Kommentare (0)    empfehlen
Samstag, 10. mai 2008

Nach dem Abschied von Kapitän Oliver Kahn fehlt es dem FC Bayern an erstklassigen Führungspersönlichkeiten. Gennaro Gattuso verkörpert jene Tugenden, welche insbesondere das aktuelle Mittelfeld des frisch gekürten deutschen Meisters schmerzlich vermisst.

"Il cinghiale - das Wildschwein", wie die 30-jährige Kämpfernatur genannt wird, gibt nicht nur keinen Ball verloren, der Weltmeister ist im Stande eine Mannschaft mit seiner charismatischen Ausstrahlung zum Triumph zu führen.

Ein Typ wie "Effe"- Stefan Effenberg führte den 21-fachen deutschen Meister 2001 zum Triumph in der Champions League. Dabei bestach der Regisseur nicht nur mit seiner Fußballkunst. Die Präsenz von Effenberg, in dessen Augen im Finale von Mailand nach seinem 1:1-Ausgleich gegen den FC Valencia unbändiger Siegeswille funkelte, blieb seither im Bayern-Trikot selbst von Nachfolger Michael Ballack unerreicht.

"Ich lebe von Emotionen"

Abräumer Gattuso verfügt zwar nicht über die technischen Qualitäten des einstigen Spielmachers Effenberg, doch der Italiener verliert sein Ziel ebenso wie der heutige TV-Experte nie aus den Augen: "Ich gebe vielleicht aus dem Bewusstsein heraus, irgendetwas weniger zu haben als die anderen niemals auf. Am Anfang meiner Karriere habe ich mich immer dazu gezwungen und damit motiviert, den Kopf nie in den Sand zu stecken. Und das ist so geblieben", erklärte Gattuso in einem Interview mit eurosport.yahoo.de.

Gattuso schreit, Gattuso weint, Gattuso rennt nach dem Gewinn der WM 2006 mit der Unterhose über dem Rasen des Berliner Olympiastadions. "So wie ich auf dem Platz bin, so bin ich. Ich bin jemand, der Emotionen mit äußerster Intensität lebt, ich lebe von Emotionen", analysiert Gattuso seine Persönlichkeit. Das Privatleben ist der Gegenpol des Mittelfeldspielers, der beim AC Mailand bis zum 30. Juni 2011 unter Vertrag steht, zum Fußball-Alltag: "Ich bin ein Mensch, der im täglichen Leben alles drin lässt. Es fällt mir schwer, zu sagen, was ich für jemanden empfinde. Vielleicht wäre es besser, wenn man das könnte, weil es wichtig ist, einer nahestehenden Person zu sagen, dass man sie mag, dass man sie schätzt."

Der Wechsel des zweifachen Champions-League-Siegers an die Isar scheint nur noch reine Formsache. Die Ablösesumme soll angeblich zwischen 15 und 20 Millionen Euro betragen. Die italienische Sportzeitung "Gazzetta dello Sport" berichtete über Verhandlungen zwischen Milan-Geschäftsführer Adriano Galliani und den Bayern-Verantwortlichen über ein Tauschgeschäft mit Willy Sagnol. Der 31-jährige Franzose, der bei der vorzeitigen Meisterfeier nach dem 2:0-Heimerfolg gegen Bielefeld in der Allianz Arena als einziger Spieler fehlte, äußerte in den letzten Wochen mehrmals öffentlich seine Abwanderungsgedanken.

"Weniger Druck als in Italien"

Gattuso legte die Karten zuletzt in der Fernshow von Ex-Fußballstar Gianluca Vialli im italienischen TV-Sender "Sky" zwar nicht offen, ließ aber durchblicken, dass ihn sein Weg in die Bundesliga führen könnte: "Wenn ich Mailand verlasse, werde ich in ein Land gehen, wo weniger Druck herrscht als in Italien. In der Serie A werde ich für keinen anderen Klub außer Milan spielen", so Gattuso, der einen Transfer in die spanische Primera Division ebenfalls kategorisch ausschloss: "Meine Art Fußball zu spielen, funktioniert nicht in Spanien."

Mit Luca Toni hat eine neue italienische Ära in der bayerischen Landeshauptstadt verheißungsvoll mit dem Double und dem Einzug in der UEFA-Cup-Halbfinale begonnen, Gattuso soll dem Star-Ensemble nun die nötige Stabilität für heiße Duelle in der Champions League verleihen.

von ov veröffentlicht in: Fußball
Kommentar hinzufügen Kommentare (0)    empfehlen
Freitag, 9. mai 2008
Wie sieht der FC Bayern 08/09 unter Jürgen Klinsmann aus? eurosport.yahoo.de beleuchtet die wichtigsten Baustellen für den neuen Coach.

Ein Neubau beim FC Bayern wird in Kürze abgeschlossen: Das neue topmoderne Servicezentrum (rund 100 Meter Länge, drei Stockwerke) an der Säbener Straße wird in den nächsten Wochen fertig gestellt. Noch im "Rohbau" befinden sich allerdings Kader und Spielweise des Rekordmeisters für die kommende Spielzeit.

Das frisch gewonnene Double war zwar Balsam auf die Wunden nach dem schlechten Vorjahr, aber die Messlatte wird in der Königsklasse gesetzt. "Wir werden viel Wert auf die Champions League legen", sagt Manager Uli Hoeneß. Bis dahin muss Klinsmann mit seinem Vorstand noch zahlreiche Baustellen in personeller Hinsicht beackern.

Eines ist klar, "Architekt" Jürgen Klinsmann wird wie schon bei der Nationalmannschaft jeden Stein in seinem neuen Arbeitsbereich umdrehen, um den FC Bayern wieder dauerhaft ganz oben in Europa zu etablieren.

Baustelle Neuzugänge:

"Mit dem Kader, den wir derzeit haben, könnten wir international bestehen. Aber um ganz nach vorne zu kommen, um das Halbfinale oder Finale der Champions League anzugreifen, da müsste die eine oder andere Verstärkung her", forderte Beckenbauer in seiner Saisonanalyse. Tim Borowski (Bremen, ablösefrei) steht als Neuzugang fest. Gerüchte gab es um Per Mertesacker, der als Ziehsohn von Klinsmann gilt, aber zuletzt einen Wechsel dementierte. An Gennaro Gattuso wird von Bayern-Seite kräftig "gebaggert", der Transfer soll laut TV-Sender "Italia 1" sogar schon vor dem Abschluss stehen. Damit hätte Klinsmann bereits einen wichtigen Baustein für ein solides Defensiv-Fundament.

Baustelle "Unzufriedene Spieler":

Lukas Podolski will nicht mehr der Lückenfüller sein, wenn Miro Klose und/oder Luca Toni ausfallen. Klinsmann war als Bundestrainer immer "Poldis" Förderer und wird ihn kaum gehen lassen. Auch die Zukunft von Philipp Lahm (Vertrag bis 2009) ist offen, der sich mit den Verantwortlichen nicht über eine vorzeitige Verlängerung einigen konnte. Da kommt auf Klinsmann viel Überzeugungsarbeit zu. Willy Sagnol beschwert sich alle paar Monate lautstark, dass er entweder nicht oder falsch aufgestellt wird. Sein Flirt mit dem AC Mailand könnte zur großen Liebe werden, vor allem, wenn Bayern Milans Gennaro Gattuso an Land zieht. Alle Seiten wären zufrieden, und die Transfers ließen sich glänzend verrechnen.

Baustelle Spielstruktur:

"Jürgen hat uns seine Philosophie sehr eindrucksvoll erläutert. Von uns bekommt er für seine Ideen jegliche Unterstützung", verspricht Präsident Franz Beckenbauer in der "Bild". Bislang war das Spiel der Bayern (zu) sehr auf Frank Ribery und Luca Toni ausgerichtet. Klinsmann will das Offensivspiel variabler und weniger ausrechenbar gestalten. Durch individuelles Training auf Basis modernster wissenschaftlicher Methoden und einem persönlichen Stärken/Schwächen-Profil soll vor allem das Tempo bei Ballbesitz erhöht und die Fähigkeiten der einzelnen Spieler verbessert werden. Vor der WM 2006 lag die Zeit zwischen Annahme und Abspiel in der Bundesliga zwischen 2,8 und 3,2 Sekunden, in England sind Werte von 1,3 Sekunden keine Seltenheit - im Finale der Champions League stehen Manchester United und der FC Chelsea...

Baustelle "Leitwölfe":

Ribery und Toni sind zwar unumstrittene Superstars, aber nicht zuletzt durch die Sprachbarrieren keine Team-Leader. Mit Oliver Kahn beendet der große Leitwolf seine Karriere und hinterlässt als Leader eine riesige Lücke. Mark van Bommel hatte in der laufenden Saison einige Probleme mit Undiszipliniertheiten auf dem Platz und blieb in den wichtigen UEFA-Cup-Spielen in Getafe und in St. Petersburg ohne mitreißende Impulse. Bayern sehnt sich nach Führungsspielern à la Breitner und Effenberg, die auf dem Platz in schwierigen Situationen Zeichen setzen. Spieler wie Martin Demichelis und Lucio stehen somit noch mehr in der Verantwortung.

Viel Zeit bleibt Klinsmann und seinem neuen Betreuerstab für die Konstruktion des neuen FC Bayern nicht. In drei Monaten (15. August) beginnt schon wieder die neue Bundesliga-Saison, ein Monat später startet die Champions League.

von ov veröffentlicht in: Fußball
Kommentar hinzufügen Kommentare (0)    empfehlen
Donnerstag, 8. mai 2008
Werder Bremen hat im Duell um die Champions-League-Teilnahme den HSV aus dem Rennen geworfen. In einem harten, bisweilen unfairen Match, gewannen die Bremer drei Punkte und beendeten die Partie mit neun Mann. Bremens Keeper Tim Wiese kam hingegen nach einer üblen Attacke ungeschoren davon.

Es war, als würden sich auch eine Stunde nach dem Abpfiff dicke Schwaden über die sich leerende Nordbank-Arena legen. Der Kessel dampfte noch, die Gemüter waren aufgebracht wie eh und je, gerade auf Seiten des sowieso chronisch exaltierten Hamburger SV.

Soeben hatten die Rothosen nach einer wahren Rasenschlacht mit 0:1 gegen Werder Bremen verloren und somit die letzte Chance auf eine Champions-League-Teilnahme verwirkt. Nun fragten hartnäckige Reporter im Presseraum dem HSV-Präsidenten Löcher in den Bauch, debattierten aufgebrachte Aufsichtsräte im VIP-Raum ebenso wie wild fluchende Fans vor dem Stadion, die sich zum Teil auch prügelten (20 Festnahmen). Es war ein heißer, sonniger Tag in Hamburg gewesen. Nach dem Bundesliga-Spitzenspiel am Abend waren es die Emotionen, die kochten.

Action-Thriller mit Kung-Fu-Einlage

Die 90 Minuten, um die es ging, hätten auch von einem Action-Film-Regisseur arrangiert worden sein können. Diverse Titelvorschläge kämen in Frage: "Kung-Fu-Fighting an der Elbe" wäre einer. Als Werder Keeper Wiese in der 42. Minute den nur vom Bremer Naldo verfolgten Ivica Olic auf sein Tor zustürmen sah und sich beim Herauslaufen leicht verschätzte, setzte er einen halben Meter vor der Grenze zum 16-Meter-Raum zu einem spektakulären Tritt in Richtung Olics Hals an. Der Treffer zeigte Wirkung, der HSV-Stürmer krümmte sich am Boden, Übeltäter Wiese sah lediglich Gelb. "Wer mit seinen Stollen in 1,80 Meter Höhe in das Gesicht unseres Spielers zielt, muss vom Platz", echauffierte sich HSV-Sportchef Dietmar Beiersdorfer hinterher.

Eine Rote Karte, die verdient gewesen wäre, hätte der Partie wohl eindeutig eine Wendung zugunsten der Gastgeber verpasst, zumal der HSV schon in Hälfte eins mehr vom Spiel gehabt hatte. Bremen hielt zumindest physisch dagegen, spielerisch merkte man den abgebrühten Werder-Profis an, dass ihnen selbst ein Remis den lästigen Tabellenvierten vom Hals und von den Champions-League-Rängen halten würde. "Es war das erwartet schwere Spiel, voller Emotionen und mit einem schönen Tor", bilanzierte hernach Werder-Trainer Thomas Schaaf. "Wir haben es mit Glück überstanden."

Bizarres Spiel mit Kartenhagel

"Die ewige Wiederkehr des Gleichen", wäre ein weiterer Filmtitel für diese dramaturgisch fast schon ein wenig bizarr anmutende Partie gewesen. Vor exakt zwei Jahren hatte der HSV am letzten Spieltag mit viel Pech und einem 1:2 gegen Werder zu Hause den zweiten Tabellenplatz an den großen Konkurrenten von der Weser abgeben müssen. Nun stand das Team von Trainer Huub Stevens bei sechs Punkten Abstand auf den Tabellenzweiten Bremen zwar mit dem Rücken zur Wand, aber als Olic in der 48. Minute abermals alleine auf Wiese zustürmte, hing der 20-Millionen-Euro-Jubel, soviel garantiert die Teilnahme an der europäischen Königsklasse, in der Luft. Doch der Torwart-Haudegen parierte diesmal fair, zwei Minuten später traf Hugo Almeida auf der anderen Seite kompromisslos von der Strafraumgrenze in den Winkel.

Die Hamburger sammelten in der Folge sechs Großchancen, Werder die Gelben Karten und Platzverweise. In der Endabrechnung standen sechs Verwarnungen der Gäste drei des HSV gegenüber, zudem kassierte Bremens Frank Baumann Gelb-Rot (57.), der eingewechselte Jurica Vranjes in der Schlussminute Rot. "Wir freuen uns, dass wir solch ein schweres Spiel gewonnen haben, wenn man sieht, was passiert ist", sagte Werder-Sportchef Klaus Allofs vieldeutig. Auch Wiese hatte nach dem Sieg, der mindestens Platz drei garantiert, die schnelle Transformation vom "Rambo" zum "Rotzlümmel" bewerkstelligt. "Der Schiri hat zu mir gesagt, dein Glück ist, dass du den Ball zuerst gespielt hast."

Good bye und hallo Königsklasse

Die letzte Vorstellung des Abends lieferte dann HSV-Boss Bernd Hoffmann unter dem Titel "Champions-League-Millionen ade". Zunächst kamen noch gewohnt beschwichtigende Worte im Verkäuferdeutsch, über verlorene Millionen denke er nicht nach. "Ich denke daran, dass wir in den letzten beiden Spielen den UEFA Cup schaffen können." Dann redete er aber doch ein wenig Tacheles und gab zu: "Es wäre unsinnig, abzustreiten, dass wir enttäuscht sind. Wir waren vor sechs Wochen auf Rang zwei."

So können sie sich an der Elbe wieder der ebenfalls grotesken Trainersuche zuwenden. Dienstag soll das Finanzpaket der kolportierten Verpflichtung von Martin Jol dem Aufsichtsrat präsentiert werden. Werder hingegen feierte, denn die fünfte Champions-League-Teilnahme in Serie winkt.

von ov veröffentlicht in: Fußball
Kommentar hinzufügen Kommentare (0)    empfehlen
Mittwoch, 7. mai 2008

Schon vor dem Finalsieg von Ronnie O'Sullivan stand fest, dass er in der neuen Weltrangliste die Nummer eins ist. Damit ist O'Sullivan der erste Spieler, dem zum dritten Mal der Sprung an die Spitze gelang. Schon 2002/03 und von 2004 bis 2006 stand er in der Snooker-Welt ganz oben.

Aber auch für Allister Carter hat sich der Sturm ins Finale von Sheffield gelohnt: Als Nummer sieben hat er es erstmals unter die Top acht der Weltrangliste geschafft.

Stephen Maguire, der neben O'Sullivan der einzige Spieler mit zwei Weltranglistentiteln in dieser Saison ist, ist in der neuen Rangliste Zweiter. Für den "Merlin of Milton" ist das die höchste Platzierung in seiner Karriere. Shaun Murphy, der lange gute Chancen auf die Nummer eins hatte, bleibt Dritter vor Mark Selby, der ebenfalls erstmals unter den besten acht ist. John Higgins, die ehemalige Nummer eins, ist auf Platz fünf abgerutscht. Hinter ihm sicherte sich Stephen Hendry als Sechster seine 21. Saison in den Top acht.

Liang Wenbo macht großen Sprung

Joe Perry (12.), Marco Fu (14.) und Mark King (15.) haben die Rückkehr in die Top 16 der Weltrangliste geschafft. Erstmals steht auch Mark Allen als Nummer 16 in diesem Elitekreis. Der Nordire ist um 13 Plätze von Rang 29 geklettert. Herausgefallen aus den Top 16 sind der Vorjahres-Vierte Ken Doherty (18.), Mark Williams (22.), Stephen Lee (26.) und Steve Davis (29.).

Weiter unten in der Rangliste hat Liang Wenbo, der mit seinem erfrischenden Spiel bei der WM für Furore gesorgt hatte, einen Sprung um 26 Plätze auf Rang 40 gemacht. Der 21-jährige erspart sich damit in der neuen Saison jeweils zwei Qualifikationsrunden. Seinen Platz auf der Maintour verteidigt hat Jimmy White. Als Nummer 65 verpasste der Wirbelwind zwar den Cut der besten 64, ist aber von den restlichen Spielern einer der acht Besten im Einjahres-Ranking.

Die aktuelle Weltrangliste (Top 32):

1. Ronnie O'Sullivan 51.150

2. Stephen Maguire 45.525

3. Shaun Murphy 45.050

4. Mark Selby 38.325

5. John Higgins 37.925

6. Stephen Hendry 34.275

7. Allister Carter 34.175

8. Ryan Day 33.875

9. Peter Ebdon 32.975

10. Neil Robertson 32.950

11. Ding Junhui 32.194

12. Joe Perry 30.425

13. Graeme Dott 27.144

14. Marco Fu 27.000

15. Mark King 26.000

16. Mark Allen 25.725

17. Matthew Stevens 25.413

18. Ken Doherty 25.119

19. Jamie Cope 24.744

20. Joe Swail 24.725

21. Stuart Bingham 24.625

22. Mark J Williams 23.925

23. Nigel Bond 23.613

24. Fergal O'Brien 22.538

25. Ian McCulloch 22.432

26. Stephen Lee 22.219

27. Barry Hawkins 22.125

28. Dave Harold 21.494

29. Steve Davis 21.419

30. Michael Judge 20.825

31. Anthony Hamilton 20.813

32. Dominic Dale 20.688

von ov veröffentlicht in: Snooker
Kommentar hinzufügen Kommentare (0)    empfehlen
Dienstag, 6. mai 2008
Ronnie O'Sullivan ist Snooker-Weltmeister. In einem einseitigen Finale setzte sich "The Rocket" mit 18:8 gegen Ali Carter durch und sicherte sich damit im Crucible Theatre von Sheffield seinen insgesamt dritten WM-Titel. Durch den Sieg übernimmt O'Sullivan auch wieder die Spitze der Weltrangliste.

Er ist der dritte Spieler nach Steve Davis und Stephen Hendry, der mehr als zwei Titel im Crucible Theatre gewinnen konnte. Zum dritten Mal eroberte er damit auch die Position als Nummer eins in der Weltrangliste und ist zudem der vierte Spieler, der in einer Saison mit der UK Championship und der WM die beiden wichtigsten Titel holte. Das Finale allerdings bot nicht ganz das Niveau, dass die Akteure zuvor bei dieser WM gezeigt hatten.

Niveauarmes Finale

"Wir sind beide nicht so recht ins Spiel gekommen, aber ich bin in Führung gegangen und habe das Match gewonnen", gab O'Sullivan im Interview nach dem Sieg zu - umrahmt von seinen beiden Kindern Lily und Ronnie Jr. Für gerade einmal zwei Frames waren O'Sullivan und Carter in der Abendsession am Tisch - kein Vergleich zu den "Finalschlachten" in den Vorjahren, die jeweils bis in die frühen Morgenstunden gingen. Mit einer komfortablen 16:8-Führung war "The Rocket" in die entscheidende Session gegangen und sich nach einem 69er Break bis auf einen Frame an den Titel herangespielt.

Obwohl O'Sullivan im Verlauf des Finales niemals an die Form aus seiner Glanzvorstellung gegen Stephen Hendry heranreichen konnte, reichte die Leistung, um Final-Debütant Carter deutlich in die Schranken zu weisen. Im 27. Frame zeigte Carter Nerven und verschoß eine blaue, woraufhin O'Sullivan dankend seine Chance ergriff und die fehlenden Punkte zum WM-Titel auf die Habenseite brachte. Den Schlüssel zu seinem WM-Erfolg analysierte "The Rocket" auch treffend: "In allen Runden habe ich nicht jede Session phantastisch gespielt, aber ich war konstant und habe immer in einer Session den entscheidenden Schritt machen können."

Ronnie denkt an Pause

Carter wird noch ein bisschen brauchen, ehe ihm dämmert, was er in den 17 Tagen von Sheffield geleistet hat: "Hier das Finale erreicht zu haben und die 147 geschafft zu haben ist toll, aber es ist schade, dass ich ausgerechnet im Finale meine Leistung nicht bringen konnte." Belohnt wird er aber unter anderem mit dem erstmaligen Einzug unter die besten acht der Weltrangliste. Im neuen Ranking ist er die Nummer sieben. Zudem wird Carter die Niederlage mit rund 160.000 Euro versüßt. Dazu kommt noch die Prämie von knapp 200.000 Euro für das Maximum und damit auch das höchste Break - diese allerdings muss er sich mit seinem Finalgegner teilen, dem ebenfalls eine "147" gelungen war.

"Ronnie war in toller Form. Er ist derjenige, den man schlagen muss, aber manchmal geht das eben nicht", zollte Carter dem Sieger Respekt. O'Sullivan selbst gab sich im Moment des Triumphs zurückhaltend. "Nummer eins im Ranking, UK Champion und Weltmeister - vielleicht ist jetzt auch der richtige Moment, um mal eine Pause einzulegen", überlegte der 32-Jährige. Aber er machte seinen Fans auch sofort wieder Hoffnungen: "Jeder weiß um meine Probleme. Aber ich verbringe jetzt erst einmal einen ruhigen Sommer, denke viel nach und bin dann hoffentlich in der nächsten Saison wieder da."


von ov veröffentlicht in: Snooker
Kommentar hinzufügen Kommentare (0)    empfehlen
Montag, 5. mai 2008
Mit 11:5 führt Ronnie O'Sullivan nach dem ersten Tag des WM-Finales gegen Ali Carter und hat sich damit ein kleines Polster für Tag zwei erabeitet. Zwar erlaubte sich der Favorit auch einige Fehler in den ersten Sessions, aber Carter konnte davon im ersten Finale seiner Karriere nicht profitieren.

Zu viele Fehler und Probleme bei langen Bällen verhinderten, dass Carter besser an seinem Trainingspartner dranbleiben konnte.

Im ersten Frame hatte Carter noch Pech, als er von blau den Pulk der roten öffnen wollte und dabei eine rote in der Ecke fiel. O'Sullivan räumte von der letzten roten an ab und führte mit 1:0. Diese Führung baute "The Rocket" mit Breaks von 88 und 99 Punkten schnell aus, ehe Carter dank einer 104 auch seinen ersten Frame gewann. Nach dem Midsession Interval wurde es etwas zäher, aber wieder holte Carter nur einen von vier Frames: Im sechsten Durchgang hatte sich O'Sullivan selber auf gelb gesnookert und gab 22 Foulpunkte weg.

Wieder nur drei Sessions?

Nach Wiederbeginn am Abend erhöhte O'Sullivan seine Führung sofort mit einer 78 auf 7:2. Danach jedoch schlichen sich auch beim zweifachen Champion vermehrt Fehler ein. Carter verkürzte mit einem Fluke (pink als langes Double) auf 3:7. In den nächsten vier Frames ließen beide einige Chancen liegen, spielten aber auch jeweils zwei höhere Breaks und teilten sich die Frames. O'Sullivan schaffte Serien von zweimal 86 Punkten, doch zwischendrin gelang Carter eine 76 und eine 80. Beim Stand von 9:5 legte O'Sullivan dann eine 57 vor, aber der "Captain" bekam noch einmal seine Chance. Doch nach 31 Punkten verschoss er gelb vom Spot und musste auch diesen Frame abgeben. Dank einer 106 beendete Ronnie O'Sullivan die Session mit 11:5.

Damit kann Ronnie O'Sullivan sogar schon in der dritten Session am Montag den Sieg perfekt machen und sich so wie schon im Halbfinale die letzte Session einsparen. Dazu müsste er sieben der acht Frames am Nachmittag gewinnen.

Hinweis:

Die dritte Session beginnt am Montag um 15:30 Uhr deutscher Zeit. Eurosport berichtet live im Internet und im TV aus dem Crucible Theatre von Sheffield.


von ov veröffentlicht in: Snooker
Kommentar hinzufügen Kommentare (0)    empfehlen

Über diesen Blog

Kalender

Mai 2008
M D M D F S S
      1 2 3 4
5 6 7 8 9 10 11
12 13 14 15 16 17 18
19 20 21 22 23 24 25
26 27 28 29 30 31  
<< < > >>
Erstellen Sie einen Blog auf de.over-blog.com - Kontakt - Nutzungsbedingungen - Werbung - Missbrauch melden